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Google und Online-Abhängigkeit im Gewerbe

17. Feb 2008
7 Kommentare
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In den letzten Jahren ist das Thema Selbständigkeit im Internet immer präsenter geworden und hat an Bedeutung zugenommen. Viele sind den Weg gegangen, ein Gewerbe anzumelden und mit ihrer eigenen Internetseite bzw. ihrem eigenen Blog Geld zu verdienen. Nicht wenige haben dabei “draußen” Jobs aufgegeben, auf eine Ausbildung oder ein Studium verzichtet. Diese Tendenz zeigt sich in der Blogosphäre bei immer mehr Jugendlichen, die mit dem Netz aufwachsen und ihre Chance im online Geld verdienen sehen. Schulische Leistungen geraten teilweise in den Hintergrund, die Selbständigkeit wird angestrebt und damit die Verwirklichung des eigenen Traums.

Doch diese Abhängigkeit vom Netz birgt Gefahren. Was passiert, wenn Google mich nicht mehr liebt, meine auf ausschließlich Suchmaschinentraffic ausgelegten Seiten, nicht mehr gut ranken und die Besucher ausbleiben? Für Infoseiten, die sich über Werbung finanzieren, heißt das, weniger Werbeklicks, weniger Einnahmen und weniger Geld zum – ich sage es mal drastisch – Überleben. Selbst wenn ich Produkte im Netz verkaufe, bleibe ich auf ihnen sitze, wenn die Besucher auf meiner Seite ausbleiben. Man macht sich aber nicht nur traffic- und suchmaschinenabhängig, sondern bei Werbemonetarisierung auch abhängig von den eingebunden Werbepartnern. Da wäre bspw. Google AdSense, das nicht selten unbegründet einige Publisher rausgeschmissen hat. Viele setzen daher auf einen bunten Mix von Werbeprogrammen, Risikostreuung nennt man das. So kann man den finanziellen Ausfall eines Werbeeinkommens eventuell mindern. Es ist aber noch nicht so, dass die ganzen Anbieter gleich gut konvertieren. Allein an AdSense, dem Vorreiter in Online-Werbung, beißt sich die Konkurrenz die Zähne aus.

Man sollte also nicht zu naiv sein und sich hauptsächlich aufs Internet konzentrieren. Das eigene Gewerbe sollte auch überleben können, wenn Einkünfte aus eigenen Internetprojekten wegfallen. Warum nicht parallel andere Leute beraten, SEO anbieten oder andere Dienste (PC-Hilfe, Webpages erstellen, Texte verfassen, Gastblogger ec.). Dadurch mindert man Risiken eigener Projekte und kann Misserfolge in einzelnen Sparten abfangen. Nicht nur dafür bietet sich ein Business-Plan an. Existenzgründung ohne BP und einer detaillierten Auseinandersetzung mit dem Thema sind kontraproduktiv.

Doch was passiert, wenn das eigene Gewerbe aus den unterschiedlichsten Gründen nicht laufen will? Ohne Ausbildung / Studium hat man keine berufliche Zukunft, ein zweites Standbein fehlt. Ein Scheitern der eigenen Selbständigkeit wäre somit fatal. Auch mir graut es vor solchen Szenarieren, egal wie toll das Geld verdienen im Netz doch ist. Ich rate deswegen vor allem Jugendlichen in der Schule die Basis zu legen, gute Noten zu erreichen. Dann kann man entweder eine Ausbildung machen oder erstrebenswert durch das Abitur studieren. Warum, denn nicht etwas in Richtung Marketing oder Internet studieren? Genügend Möglichkeiten dafür gibt es. Nebenbei finanziert man sich sein Studium halt mit seinem Gewerbe auf einem Mid- oder Low-Level. Dadurch bleibt man im Thema und kann erste Erfahrungen sammeln.


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Tags: Abitur, AdSense, Ausbildung, Blog, Google, Selbständigkeit, Studium

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7 Kommentare
  1. 17. Feb 2008
    um 15:39

    Ersteinmal ein großes Lob dieser Artikel ist warscheinlich der Beste, welchen ich in letzter Zeit gelesen habe. Die Thematik ist absolut aktuell und meines Wissens kaum angesprochen, da ein solcher Artikel nicht gerade “Marktwirtschaftlich” zweckmäßig ist.
    Da kann man nur zum Verbreiten dieses Artikels aufrufen!

  2. 20. Feb 2008
    um 16:12

    Ich denke mal das dieser Art an alle Blogger geschrieben wurden ist, aber auch an den Artikel von Yanick angelegt ist. Ich sehe das voll und ganz wie du, persönliche Qualifikationen sollten immer das A und O sein. Alles ist bzw. kann Kurzlebig sein, so auch eine WEbseite bzw. ein Blog.

    Dennoch sollte man den Versuch zur Selbständigkeit nebenher versuchern.

  3. 22. Feb 2008
    um 16:50

    Danke euch beiden für die Kommentare. In der Tat ist der Artikel zum Teil auch an den von Yannick angelehnt. Ich hatte aber unabhängig davon schon was in die Richtung geplant. Ich finde es einfach wichtig, eine gute Schulausbildung zu genießen. Das Abitur ist meiner Meinung nach wichtig, ein Studium ideal. Wenn man die Schule schon früh verlässt, kann das einem eine Menge verbauen, auch wenn man das große Geld schon vor Augen hat. Es ist schon mal eine Blase geplatzt und somit sollten wir gewarnt sein. Ich habe ja beschrieben, wie man es machen könnte. Die Selbständigkeit ist eine super Sache, nur sollte man sich das alles gründlich überlegen und sehr gut durchplanen.

  4. 27. Feb 2008
    um 11:06

    Danke für den interessanten Artikel. So lange das Ranking der Webseiten stimmt, hat sich bisher wohl niemand grosse Sorgen gemacht. Aber wenn es dann den Bach runter geht, ist guter Rat teuer … Auch ich finde, dass man sich schon in den “guten Zeiten” nach alternativen Einnahme quellen umsehen sollte.

  5. 2. Mrz 2008
    um 02:56

    Der Artikel trifft den Knackpunkt. Viele verstarren im SEO-Bereich. Man muss flexibel sein und wieder Bereiche beleuchten, die in den Hintergrund gelangt sind und auf den ersten Blick nicht attraktiv wirken. Wirklich sehr bedachter Artikel, mein Lob.

  6. 13. Jul 2008
    um 01:54

    Hi Christian,

    es wäre schön, wenn die meisten so vorgingen wie von Dir postuliert, doch leider erliegen doch viele den Verlockungen des ach so grossen Geldes, das man angeblich nur aufsammeln muss und denken icht an eine Basis in Form eines Studiums oder einer Ausbildung.

    Grüsse
    Oliver

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