MG Fliegerabwehrschießen – Typisch Bundeswehr

Diese Woche stand ganz im Zeichen des Fliegerabwehrschießens. Am Montag verlegten wir (77 Lehrgangsteilnehmer) dafür nach Norddeutschland. In der Kaserne des Truppenübungsplatzes angekommen bezogen wir unsere Stuben. Abends ging es mit einigen Kameraden ins „Mannheim“, andere nutzten die Möglichkeit ins Spaßbad zu fahren.

Am Dienstag begann der komprimierte Grundlagenunterricht zum Thema Fliegerabwehr. Den Großteil habe ich vorher im Reibert schonmal gelesen, also nichts wirklich neues (Gefahren, Visier, Luftraumspäher, usw.). Der Leutnant zeigte aber auch ein paar interessante Videos zur Fla- bzw. Flieger-Abwehr. Am Nachmittag absolvierten wir dann mit dem Maschinengewehr MG3 die erste Vorübung (MG-V-1). Dazu mussten wir mit 30 Schuss auf 25 Meter drei Flugziele bekämpfen (Propellerflugzeuge, Vorbei- und Überflug). Die Übung habe ich im Vergleich zu anderen sehr gut abgeschlossen (als einer der wenigen habe ich wirklich auch alle drei Ziele vollständig bekämpft). Insgesamt haben nur 66% diese Übung überhaupt bestanden. Am Abend hatte der Spieß zum Kulturprogramm ins Kino geladen.

Nicht desto trotz durften am Mittwochvormittag alle auch die V-2 schießen. Bei dieser wurde ein Flugziel auf einem Seil gespannt, welches per Überflug auf uns zu kam. Geschossen haben wir mit Plastikmunition, eine Trefferaufnahme gabs nicht, sodass alle bestanden haben. Am Nachmittag sollte eigentlich die Übung auf den Luftsack geschossen werden, doch das Flugzeug konnte aufgrund des aufgekommenen Nebels nicht starten. Somit wurde eine Parallelausbildung organisiert und wir „durften“ nochmal MG Zerlegen & Zusammensetzen, ABC-Ausbildung, Helfer im Sandienst und Grundlagen Fliegerabwehrvisier MG3 durchgehen.

Am Donnerstag sollten wir nach dem Blockreinigen ab Mittag eigentlich wieder schießen. Aufgrund der geringen Sichtweite aufs Meer (weniger als 2,5 Meilen) konnte aber auch diesmal nur ein Trockendurchgang durchgeführt werden. Somit war es uns leider nicht möglich auf das bewegliche Luftziel zu schießen (ein Luftsack, der 1,2 km hinter einem Flugzeug hinterher gezogen wird). Glücklich waren alle, als wir nach vieler Warterei in der Kälte endlich in unsere Heimatkaserne zurückverlegen konnten. Dort kamen wir dann gegen 21 Uhr an. Unsere Kampftragetaschen haben wir schnell ausgepackt und somit bekamen wir nach der Nachbereitung auch Dienstschluss. Vor 24 Uhr war ich aber trotzdem nicht im Bett. Heute war dann nur noch Stuben- & Revierreinigen angesagt.

Viel aufschlussreicher war da die Woche in Hinsicht auf Organisation und Ablauf bei der Bundeswehr. So wurde uns am Montag von einem Dienstgrad mitgeteilt, dass wir auf einem Lehrgang sind und somit Sachen wie, Essgeschirr, Magazintaschen fürs G36 und Zeltbahn nicht mitnehmen brauchen. Im Norden angekommen, wurden wir nach unserem Essgeschirr gefragt, da wir draußen verpflegt haben. Einige hatten das natürlich nicht bei, ich hatte es sicherheitshalber trotzdem mitgenommen. Da gabs ordentlich Stress und natürlich streitete der Dienstgrad alles ab bzw. gab nur einige Sachen zu. Auch die ganze Warterei war eine reine Farce. An duzende Wiederholungen von Befehlen ist man gewöhnt, aber was sich einige Unteroffiziere rausnehmen, ist wirklich heftig (Beleidigungen, Androhungen). Von der Organisation gar nicht mal zu sprechen. Diese Woche hat gezeigt, warum ich froh bin, wenn mein Grundwehrdienst vorbei ist. Es läuft einfach gar nichts planmäßig…

Zum Schluss noch ein kleiner Ausblick auf die nächste Woche. Montag habe ich Quartalsausgleichstag und somit frei. Dienstag ist Vorüben fürs Gelöbnis der AGA-Rekruten (ich bin ja im Ehrenzug), ehe am Mittwoch das Feierliche Gelöbnis durchgeführt wird. Donnerstag fahren wir MP 2 Schießen und somit ist die Woche auch dann schon um ;-)

2 Comments

  1. Also hast du nicht wirklich viel schiessen können. Schade, mit dem MG3 macht das gerade beim FlA Spaß :)

  2. Wie geschrieben, es waren nur die zwei (Vor-)Übungen V-1 und V-2. Mal schauen, vielleicht holen wir das irgendwann nochmal nach…

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