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Schule & ABI

Nachdem ich vier Jahre lang in Berlin zur Grunschule ging, sind wir nach Bernau gezogen. Dort habe ich dann meine restlichen zwei Jahre über die Runden gebracht. Aufgrund meines sehr guten Grundschulzeugnisses konnte ich dann ans Bernauer Barnim-Gymnasium im Stadtteil Waldfrieden wechseln. Das Paulus-Praetorius-Gymnasium wäre zwar um einiges näher gewesen, jedoch wollte ich mehr in die naturwissenschaftlichen Bereiche gehen. Das bg hatte dafür eine besondere Ausrichtung und durch den Neubau auch einfach bessere Bedingungen. Auf dem “Paulus” lag die Spezialisierung eher in den Sprachen und den musischen Fächern. So konnte ich am Barnim-Gymnasium nur zwischen drei Fremdsprachen “wählen” (Englisch, Französisch und Latein) und es gab auch kein Fach “Darstellendes Spiel”. Aber das brauchte und wollte ich ja auch gar nicht.

Bis zur 10. Klasse lief alles ganz super, auch die Zwischenprüfungen habe ich zufriedenstellend abgeschlossen. Dafür gabs in der 11. Klasse gleich das Barnim-Stipendium ;-) Das eigentlich Wichtige war ja die Sekundarstufe II. Als Leistungskurse belegte ich Informatik und Mathematik, da ich mir schon früh überlegt hatte, in die Info-Schiene nach dem Abi gehen zu wollen. Die Entscheidung habe ich übrigens nicht bereut, auch wenn sich einige Schüler den Lehrplan des Faches Informatik wohl anders vorgestellt hatten (weniger uni- und theorielastig). Als weitere NW belegte ich Biologie und musste dort auch bis zur 13. Jahrgangsstufe jedes Halbjahr Klausuren schreiben. Da gibt es irgendeine Vorschrift, wenn man Informatik als Leistungskurs wählt. Als Fremdsprachen habe ich Englisch und Französisch weitergeführt. Das Kuriose: In beiden Fächern habe ich in den vier Halbjahren der 12. und 13. genau die gleichen Endnoten bekommen. Kunst habe ich im letzten Jahr abgewählt, um weniger “Stress” zu haben, schließlich konnte ich nicht wie andere eine Naturwissenschaft abwählen. Hier einfach mal eine Auflistung meiner weiteren Grundkurse: Erdkunde (Geografie), Geschichte, Deutsch und Sport.

Im April standen dann die Abiturprüfungen an. Zunächst die schriftlichen. In Deutsch kam leider im Grundkurs nicht das ran, was alle vermutet hatten: Eine Analyse/Interpretation einer Textstelle aus Lessings “Nathan der Weise”. Da war es nur eine Erörterung zu einer Aussage über lebendiges und totes Theater in Bezug auf den Nathan. Ich entschied mich für eine Textanalyse zu “Katz und Maus” von Günter Grass. Ich hatte ein gutes Gefühl, wusste aber trotzdem nicht, was es notenmäßig werden könnte. In Informatik hingegen hatte ich ein sehr gutes Gefühl. Es stand dort erst am Prüfungstag fest, ob wir auf Papier oder am PC schreiben. Herr Flegel, unser stellvertretender Schullleiter und gleichzeitig Info-Lehrer, hatte das Brandenburger Bildungsministerium konsultiert. Den Umschlag und die Entscheidung erreichten ihn erst am entsprechenden Prüfungstag. Wir durften in die Aula, also auf Papier schreiben. Größtenteils wurden Java-Aufgaben abgefragt, dazu kam am Ende ein wenig von unserem letzten Thema, Softwarekonstruktion, ran. Mein Gefühl tendierte zu einer 1/2. Andere dagegen hatten das Ding wohl arg verhauen. Als nächstes war Leistungskurs Mathe an der Reihe. Irgendwie kam ich da nicht ganz so zu recht, wie ich es mir vorgestellt hatte. In der Projektwoche habe ich extra Mathe-Prüfungen durchgerechnet, um besser vorbereitet zu sein. Jedenfalls plagte mich nach der Prüfung ein sehr mulmiges Gefühl. Das Warten bis zur Bekanntgabe der Resultate war eine Farce. Die ganze Zeit denkt man darüber nach, das bereitet einem wirklich Kopfschmerzen.

Als letztes war Ende Mai die mündliche Prüfung in Erdkunde dran. Bis zum letzten Schuljahr hatte ich es mir offen gehalten, ob ich in Geschichte oder Geo in die mündliche gehen will. Dann habe ich mich aber schnell für letzteres entschieden, zu negativ waren die Erfahrungen vorheriger Abiturienten in Geschichte. Im Nachhinein habe ich mich gefreut, die richtige Wahl getroffen zu haben. Das Thema “Donaucity in Wien” war wirklich super, die Quellenlage sehr ausreichund und auch die Fragen nicht allzu schwer, aber anspruchsvoll. Die Prüfung an sich verlief zu meinem Erstaunen echt gut. Es ist halt nichts anderes als ein Vortrag, da man vorher eine halbe Stunde Notizen machen kann und dann darüber spricht. Vorher hat man als Schüler natürlich immer seine Bedenken und ist aufgeregt. Aber das verfiel wirklich, wie im Fluge. Man muss nur versuchen ruhig zu bleiben, im Endeffekt war alles halb so schlimm, wenn überhaupt ;-) Als Note hab ich übrigens 15 Punkte, also eine 1+ bekommen. Danach war dann noch Warten auf die Resultate der schriftlichen Prüfungen angesagt. Immer die Frage im Hinterkopf muss ich zu einer mündlichen Nachprüfung. Verpflichtend wäre das bei einer Abweichung von mehr als drei Notenpunkten (also ab vier, egal ob zu gut oder zu schlecht) von der Durchschnittsnote der 12./13.. Die Anspannung fiel dann ab, als ich meine Ergebnisse von meinem Tutor bekam. In Mathe 10 Punkte (keine Nachprüfung), in Informatik 12 Punkte (ebenfalls keine Nachprüfung) und in Deutsch sogar 15 Punkte. Damit hatte ich sogar meinen Wunschschnitt von 1,5 deutlich übertroffen und bin noch gerade so in die 1,3 reingerutscht :-) Ihr könnt euch vorstellen, wie glücklich war.

Komisch war nur das Gefühl. Man konnte sich nicht wirklich vorstellen, dass die Schule jetzt vorbei ist. In der 10. war es nach der mündlichen Prüfung so, dass dann die Last auf einmal abgefallen ist. Man hatte nämlich schon vorher seine Noten für die schriftlichen bekommen und wusste danach, jetzt bin ich fertig. Beim Abi war es durch das lange Warten halt irgendwie anders. Ich lasse auf jeden Fall sehr viele positive Eindrücke von der Schule zurück und später werde ich mich wohl in die Schulzeit zurücksehnen. Jetzt bin ich erst mal froh 2007 meine Schulzeit beendet zu haben. Auch die Entscheidung ans Barnim-Gymnasium zu gehen, würde ich heute immer noch so treffen.