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Der Online-Ausstieg auf Fritz. Selbstmord?

Sternchen, Klopf, Klopf, Sternchen. Fritz Reporter Johannes Nichelmann hat ein interessantes Experiment durchgeführt. Für eine Woche hat sich der Schüler von Online-Diensten, wie social networks (StudiVZ, SchülerVZ, MySpace ec.) oder Instant Messengers (ala ICQ, MSN) abgemeldet und somit der Netzwelt den Rücken gekehrt, der Online-Selbstmord. :-) „Das heißt, du würdest nicht mehr am Leben teilnehmen. Da wärst du ja Außenseiter.“ Was würden seine Freunde über den Ausstieg sagen? Jeden Tag hat Johannes auf Fritz über seine Erfahrungen berichtet.

Hier ein paar key-Facts und eine Zusammenfassung:

– anfängliche Schwierigkeiten beim Löschen der Accounts
– schon nach wenigen Stunden: Drang seine, mittlerweile gelöschten, Accounts zu checken
– Rechner lieber wegbringen?
– Freunde rufen ihn an, Hausaufgaben per Messanger verschicken
– Ausgrenzung: Weniger Kontakt, da Freunde sich über MSN verabreden
– baut sich ein reales Freundschaftsnetzwerk auf (kann sowas existieren?)
– Sachen unternehmen, die man im Netz nicht kann: Kino, Eisessen
– Unterhaltung wird gefördert, mit Freunden quatschen
– Idee: Lieblingszitate nicht mehr im StudiVZ-Profil, sondern auf T-Shirt

Johannes im Fritz-Interview:

– am meisten gefehlt: StudiVZ, MSN und ICQ am Abend
– Reflex war da, immer wieder auf die networks raufzugehen und Geheimaccounts anzulegen
– Freunde hat er behalten, haben aber erst nach einigen Tagen gemerkt, dass er seine Accounts gelöscht hat
– Johannes hat dann öfter Bücher gelesen, nicht nur die Zusammenfassung ;-)
– kein Fernseher, abends mit Freunden getroffen (wie in der prä-vernetzten Welt)
– neue Hobbys
– In Zukunft: Keine Rückkehr zu StudiVZ und Co.

Was sage ich zum Online-Ausstieg?

Ich denke, dass vor allem Schüler mit den ganzen Social Networks und IMs Zeitprobleme haben und dadurch Hausaufgaben, Lernen und Hobbys vernachlässigen. Bei mir persönlich ist dieses Networking eher businessbasiert, zudem habe ich mir noch lange nicht so ein großes Netz aufgebaut. Interessant wird es sein, was ab Juli nach DZE passiert. Bisher habe ich meinen StudiVZ-Account, MySpace hatte ich auch mal aufgemacht, dann aber nicht verwendet. Da weiß ich nicht mal, ob der mittlerweile gelöscht wurde. Ich hätte noch nicht mal eine Idee, was man da großartig raufmachen könnte. Zudem haben meine Freunde bei MySpace glaube keine Profile. StudiVZ ist da schon eher angesagt, wobei ich da mit der erste war. Facebook werde ich mir auch mal anschauen. An Messengern habe ich derzeit nur ICQ (Schreiben) und Skype (Telefon) drauf. Letzteres ist aber erst in den Kinderschuhen, da erst seit ein paar Wochen drauf. ICQ nutze ich in letzter Zeit nicht so oft. Zudem weil ich meistens mit anderen Sachen beschäftigt bin und mich die Kontakte dann andauernd beim Arbeiten stören ;-)

Wenn man das mal zeittechnisch aufschlüsselt, muss ich sagen, dass ich zwar sehr viel Zeit im Internet verbringe (Bloggen, Foren, SEO, Mails), da ich ja hier ein wenig Geld verdiene, aber bei StudiVZ oder mit ICQ verbringe ich jetzt nicht so viel Zeit. Ich sitze also nicht die ganze Zeit an meinem Rechner, um mit meinen Kumpels zu schreiben, sondern nutze die Zeit für mein „Business“. Das gilt es nämlich zu pflegen und auszubauen. Mails checken usw. ist natürlich auch nötig. Der normale Alltag für einen Selbständigen im Netz. Demnächst wird wohl auch XING an Bedeutung gewinnen.

Nach den verschiedenen Berichten und einigen Analysen in meinem Umfeld kann ich die bekannten Trends in bestimmter Weise bestätigen. Vor zwei, drei Jahren war das mit dem Chatten alles nicht wirklich so weit, bzw. in den Anfängen. Seitdem sind die Kiddies immer länger im Netz. Sie verbringen weniger Zeit draußen. Früher war man selber bei dem bescheidensten Wetter unterwegs. Die neue Netzkultur hinterlässt einige Fragezeichen. Die Leute treffen sich heute vor allem am Rechner und nicht mehr direkt in der realen Welt. Positiv ist sicher, dass man mehr Leute kennen lernen kann und nun auch andere Möglichkeiten hat, sich zu verabreden. Ich kann mir aber vorstellen, dass die Telefonate insgesamt abnehmen, die Kommunikation in der Gesamtheit hingegen steigt. Das heißt man unterhält sich mehr und länger über die Messenger.

Ich denke, dass diese Vernetzung in Zukunft noch weiter zunimmt. Irgendwo wird man jedoch immer mit dem Internet in Kontakt kommen, es ist mittlerweile einfach ein Bestandteil unseres Lebens. Wer sich dem Netz entzieht und einen Online-Ausstieg durchführt, den wird es zwar nicht umbringen, ihm wird aber vieles verborgen bleiben und seine Möglichkeiten einschränken. Es ist halt eine Entwicklung, die man nicht aufhalten kann. Man könnte ja jetzt auch überspitzt sagen, absofort verzichte ich auf jegliche Personenbeförderungsmittel und gehe nur noch zu Fuß. Das Netz gehört einfach dazu, genau, es ist ein evolutionärer Schritt in der Menschheit. Dabei lernt man das Netz wohl aber erst richtig schätzen, wenn man von der Online-Welt abgeschnitten ist. Es ist quasi ein Luxus.

Was sagt ihr dazu?

Gerne würde ich diesen Artikel dazu nutzen, um eure Erfahrungen und Gedanken dazu aufzugreifen. Als eine Art Blog-Parade könnt ihr in eurem Blog darüber schreiben, oder aber hier kommentieren. Später würde ich das dann gerne auch zusammenfassen, da ich dieses Thema als sehr wichtig und interessant erachte. Haltet ihr die Entwicklungen für problematisch? Wird sich das Netz massiv auf die Bildung der „Web 2.0 Generation“ auswirken und wie verändert sich der Alltag? Sagt mir, was ihr dazu denkt.

meinFritz.de Ersatz vom FritzBlog?

Vielleicht kennen einige von euch den Fritz Blog?! Das ist/war der Weblog des öffentlich-rechtlichen RBB-Jugendradiosenders Fritz mit Produktionssitz in Potsdam-Babelsberg. Seit dem 4. Juni 2007 wurde zu bestimmten Radiothemen von den jeweiligen Moderatoren ein Blogpost erstellt. Dabei gabs Backstage-Infos aus dem Sender, Surftipps und all das, was den Moderator gerade so interessierte. Die User hatten dann, wie in einem Blog üblich, die Möglichkeit, einen Kommentar abzugeben. So wurde das Radioangebot sinnvoll ergänzt.

Vor allem für die Sendung High Noon, der mittäglichen Sprechstunde auf Fritz, wurde der Blog sehr intensiv genutzt. Doch für die Sendung bedeutete das einen Einschnitt. Immer weniger griffen zum Hörer, denn es wurde verstärkt im Blog kommentiert. Damit hatte die Sendung zu kämpfen, sodass es manchmal zu einer reinen Lesestunde der Moderatorinnen Stephanie Deubel und Momo Faltlhauser kam. Parallelen finden sich auch bei der Sendung Blue Moon, der abendlichen Sprechstunde auf Fritz.

Der letzte Blogbeitrag datiert vom 15. Februar 2008 (20:22) und kommt von Matthias Vorndran, Mitglied der Fritz Online-Redaktion. Dort schreibt er, dass der Blog ein mittelschweres Spamproblem habe. Zunächst wollte man die Kommentare moderieren und Bescheid geben, sobald wieder Normalität eingekehrt ist. Bis heute hat sich nichts auf dem FritzBlog getan.

Mit dem social network meinFritz.de hat man Abhilfe geschafft und den Blog quasi erweitert. Zu den einzelnen Sendungen finden sich dort Profile. Auch ein Forum gibt es auf meinFritz, der Onlinecommunity von Fritz. Weiterhin kann man ein eigenes Blog aufmachen und dort Texte, Bilder, Audios und Videos hochladen (im Rahmen der Sendung Unsigned), andere Inhalte bewerten, taggen und kommentieren. Leider gibt es im FritzBlog keinen Verweis zu meinFritz.de. Das würde wohl einige Missverständnisse und Fragezeichen ausräumen.

China – Das Reich der Mitte im Web 2.0

Obwohl es im Reich der Mitte eine strenge Zensur in Medien und Internet gibt, sind die Chinesen mittlerweile die zweitgrößte Internetnation der Welt. Nach der letzten Statistik des offiziellen China Network Information Center (CNNIC) nutzen 210 Millionen Chinesen das Internet. Damit fehlen nur noch fünf Millionen Nutzer, um Amerika als größte Internetnation abzulösen.

Gemessen an der Gesamtbevölkerung nutzen aber nur 16% der Chinesen das Netz, in Deutschland sind es zum Vergleich 63%. Auch die Verteilung ist in China noch sehr ungleich. Von den 210 Millionen Anwendern leben nur knapp 53 Millionen in ländlichen Gebieten. Fast jeder zweite Bewohner von Peking (46,6 Prozent) und Shanghai (45,8 Prozent) nutzt das Netz, in ländlichen Provinzen wie Guizhou oder Gansu hingegen nicht einmal jeder Zehnte. Die Wachstumsrate auf dem Land ist dagegen mit knapp 128 Prozent viel höher als in den Städten (38 Prozent). Ein Großteil der Chinesen nutzt Breitbandanschlüsse (163 Millionen) für den Internet-Zugang. Rund jeder vierte (50,4 Millionen) nutzt das Internet auch mobil über das Mobiltelefon. Die Wachstumszahlen im bevölkerungsreichsten Land der Erde sind immer noch gigantisch: Seit Juli 2007 kamen 48 Millionen Internetnutzer hinzu. Gegenüber Ende 2006 ist die Zahl um 73 Millionen gestiegen.

Einer wachsenden Beliebtheit erfreuen sich in China vor allem Weblogs. CNNIC habe ermittelt, dass etwa 47 Millionen Chinesen einen eigenen Blog betreiben. Insgesamt gibt es sage und schreibe 73 Millionen Blogs. Zum Ende des Jahres 2006 gab es aber gerade mal 17,5 Millionen Blogger!

Ähnlich wie in Deutschland nutzen zwar mehr Männer das Internet (55%), aber die Mehrheit der Blogs wird von Frauen verfasst (57%). Gebloggt wird über Kultur und Wirtschaft, Tourismus und Alltagsleben und sogar über das Militär. In erster Linie drehen sich Blogs aber über die bloggende Person selbst. Auf der anderen Seite liest die Mehrheit der Nutzer am liebsten Blogs zur Unterhaltung. Eines der bekanntesten Blogs in China ist das der Schauspielerin Xu Jinglei, das sogar schon die Technorati-100-Liste der meist verlinkten Blogs anführte.

Jegliche Form der Online-Kommunikation mit den „Wangyou“, den Netzfreunden, ist sehr beliebt. Sie diskutieren in Chaträumen und Foren. Eines der größten Foren betreibt die Parteizeitung Renmin Ribao („Tageszeitung des Volkes“) selbst.

Anders als in Deutschland können Chinas Surfer ihre Meinung jedoch nicht offen äußern. Im Jahr 2007 kündigte die Regierung an, Blogs stärker kontrollieren zu wollen. Kürzlich verbot die Regierung Privatnutzern, ihre Videos über das Internet zu verbreiten. Wer sich dennoch über kritische Themen äußert, riskiert, dass seine Beiträge gelöscht werden. Im schlimmsten Fall gerät er ins Visier der Sicherheitsbehörden. Allerdings haben die Chinesen eine lange Tradition des Umschreibens von Sachverhalten (Homonymen). Das sind gleich ausgesprochene Silben, deren Bedeutung sich durch die Betonung jedoch ändert. So verklausuliert kann über so gut wie alles diskutiert werden.

StudiVZ ändert AGB und Datenschutzerklärung

Das deutsche Studenten-Portal studiVZ ändert ab dem 20. Dezember 2007 die Allgemeinen Geschäftsbedingungen und die Datenschutzregelungen, das teilt man den Usern in einer Mail mit. Man willigt „in die Verarbeitung personenbezogener Daten“ ein, wie es in dem Rundschreiben genau heißt. Sollte man bis zum 9. Januar den neuen Bestimmungen nicht zustimmen, ist eine weitere Nutzung des Netzwerks nicht mehr möglich – gelöscht werden die betreffenden Accounts ab dem 31. März 2008. Hintergrund der ganzen Geschichte ist das Schalten von Werbeanzeigen, speziell auf den User zugeschnitten. Dazu werden im Namen der werbetreibenden Unternehmen genau auf die Zielgruppen personalisierte Anzeigen geliefert. Eine direkte Weitergabe oder gar einen Verkauf der Daten schließt studiVZ aber aus. Konkret sollen nur diese Informationen genutzt werden: Alter, Geschlecht, Wohnort, Uni-Standort, Fachrichtung. Auf spiegel.de und bei blogbar.de gibt es noch zwei ganz interessante, aber auch kritische, Artikel zu dem Thema mit Parallelen zu Facebook.