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Miteinander, füreinander einstehen

Fast die Hälfte meiner AGA ist um, Zeit eine kleine Zwischenbilanz zu ziehen. Ich muss sagen, dass sich meine Befürchtungen bezüglich der Härte der Grundausbildung bisher nicht bestätigt haben. Natürlich fehlen noch die großen Märsche, das zweite BiWak und auch das Gelöbnis war noch nicht. Ich denke aber, dass ich – begünstigt durch meinen Kasernen-Standort und dem Zeitpunkt – eine Menge Glück habe, jetzt die Allgemeine Grundausbildung abzuleisten. Wie ich schon in der letzten Woche geschrieben habe, hat man sich nach einigen Wochen als Soldat eingelebt.

In dieser Woche ging es nach einigen Unterrichten und Arztterminen (Wiederbestellung als LSM, Impfung) hauptsächlich um die Erstausbildung am MG3. Dazu hatten wir am Donnerstag einen weiteren Geländetag mit Ausbildung im Feuerkampf, Stellung beziehen, Alarmposten, Sperren und Bekämpfung unterlegender/überlegender Feind. Mit dem Maschinengewehr haben wir im AGSHP geschossen. Nebenbei gabs Einweisungen in das Zerlegen & Zusammensetzen bzw. Ladetätigkeiten des Maschinengewehrs. Mein „Golden Goal“ im Zerlegen des G36 habe ich übrigens relativ entspannt geschafft. Für die Sicherheitsüberprüfung, das Zerlegen & Zusammensetzen und die Funktionsprüfung hatten wir 2:30min Zeit. Das war eigentlich gut zu schaffen. Ansonsten war ich diese Woche das erste Mal GvD (Gefreiter vom Dienst, die Bundeswehr spricht in Abkürzungen ;-) ). Da wir bei uns nicht genügend Unteroffiziere haben, müssen die Rekruten den GvD-Posten besetzen, UvD (= Unteroffizier vom Dienst) sind dann vor allem Mannschafter höheren Dienstgrades. War schon nicht einfach, vor allem, da ich den anstrengendsten Tag erwischt habe (von Dienstag auf Mittwoch). Glücklicherweise konnte ich wenigstens drei Stunden pennen. Nächste Woche haben wir ab Dienstag SanAusbildung. Der Montag ist für uns frei, da wir am 31.10. (Reformationstag, ein Feiertag in Brandenburg) Dienst gemacht haben.

Ohne Twix Mars

Meine vierte Woche AGA ist vorbei und ich muss sagen, so langsam gewöhnt man sich an sein Leben als Soldat/Rekrut. So habe ich gelernt, wann man was machen darf und wann eben nicht. Meldungen laufen intuitiv ab, gewisse Verhaltensweisen auch. Montag bin ich wegen meiner Sprunggelenksverletzung zum Arzt, der hat mich auch gleich MS geschrieben (marsch- und sportbefreit). So durfte ich das Leben eines halben „MSG“lers/Innendienstler genießen ;-)

Ansonsten hatten wir die Woche viele Unterrichte. „Highlight“ der Woche war der Geländetag am Mittwoch. Dort hatten wir unsere Ausbildung im Alarmposten (Ablösegespräch LANGEMARK) und Feuerkampf. Dann haben wir unseren Platz der Gruppe hergerichtet und uns natürlich professionell im Gesicht und am Helm getarnt :-) Den Marsch zurück (ca. 9 km) musste ich nicht mitmachen.

Ansonsten war die Woche noch Blutabnahme, Ausbildung am Kompass/Karte, Wahl der Vertrauensperson und Orgazeit am Freitag. Nächste Woche wird es dann schon anstrengender. So haben wir am Dienstag wieder ein Golden Goal (Zusammensetzen & Zerlegen des G36), wir bekommen unsere Ausbildung am MG mit Schießen im AGSHP und am Donnerstag steht der nächste Geländetag an. So eine verhältnismäßige ruhige Woche werden wir wohl mit Blick auf den Dienstplan vorerst nicht mehr in der AGA haben…

Klar zum Gefecht, Ziel selbständig bekämpfen

Bei der Bundeswehr gibt es ja bekanntlich viele Abkürzungen, Meldungen und schicke Befehle. Gar nicht so leicht, sich da zurecht zu finden. In der Überschrift stehen die beiden wichtigsten aus meiner letzten Woche. Wir hatten nämlich ein Schießbiwak. Was das ist? Nun ja, primär ging es darum, in den vier Tagen Biwak an zwei Tagen die Übungen S5 und S9 mit dem G36 zu schießen und zu bestehen.

Nach nur einer Nacht im Zelt verlegte unser KpChef (Kompanie-Chef) in eine benachbarte Kaserne… Noch am Sonntag hatte ich jedoch auf der Stube gemäß Stubenmappe meinen Kampfrucksack verpackt, dann ging es morgens mit dem Bus zum Biwakplatz. Dort haben wir gleich die Zwei-Mann-Zelte aufgebaut und ein Tarnnetz drübergelegt. Danach folgten Ausbildungen in Bewegungsarten, Entfaltungsarten und dem Tarnen & Täuschen (mit Schminke und Helmtarnung). Der spannendste Teil des Montages war wohl der Abend, nachdem es schnell richtig dunkel wurde. Essen und bettfertig machen auf kleinstem Raum, wenn man auch gar nichts sieht. Im Gegensatz zu einem richtigen Biwak konnten wir um 20 Uhr in die Zelte und dort dann auch versuchen zu schlafen. Normalerweise müssen wir Soldaten natürlich abwechselnd Wache schieben und kommen höchstens auf zwei bis drei Stunden Schlaf.

Am Dienstag marschierten wir dann in der Früh zur Schießanlage, das waren etwa fünf bis sechs Kilometer mit voller Ausrüstung (Rucksack, Koppel, Gewehr). Ich musste zunächst mit meinem neuen Gewehr die S1 schießen, um meinen neuen Haltepunkt zu ermitteln. Danach war nochmal Parallelausbildung dran, ehe es am Nachmittag zum S5-Schießen ging. Dieses bestand aus drei Phasen. Mit 15 Schuss (pro Phase fünf) mussten wir zunächst stehend abgelegt auf dem Mauerrest schießen, danach liegend und dann stehend freihändig. Mir bereitete das Liegen Problemchen, beim zweiten Versuch klappte es aber. Danach verlegten wir, wie gesagt, in die Kaserne. Endlich schön warm duschen ;-)

Am nächsten Tag marschierten wir wieder zum Truppenübungsplatz, um die S9 zu schießen. Die hatte vier Phasen und wurde auch als Wertungsübung geschossen. Sprich wir können bei entsprechenden späteren Erfolgen mit der Pistole und dem MG eine Schützenschnur erhalten. Im zweiten Anlauf hatte ich dann Bronze geschossen (im ersten Anlauf, zwar bestanden, jedoch keine Farbe), aber keine weitere Möglichkeit mich zu verbessern.

Donnerstag war dann Block-Fluten angesagt. Die Stuben, sanitären Einrichtungen und Flure wurden gereinigt. Danach gabs noch eine kurze Ausbildung zum Thema 6-Mann-Zelt und dann Mittagessen, ehe wir in Richtung Heimat mit dem Bus reisten. An unserem „Friedensstandort“ angelangt, war Auspacken und Reinigen der Ausrüstung angesagt (erst die Waffe, dann die Ausrüstung, dann der Soldat).

Freitags dann das gleiche Bild, Spind auf Vordermann bringen, Waffenreinigen und Dienstschluss. Fazit der Woche: Mehr und mehr gewöhnt man sich als Rekrut an sein militärisches Leben. Die fünf Tage waren jedoch auch nicht all zu hart. Mal sehen, was mich nächste Woche erwartet ;-)

Wochen aufarbeiten

Bekanntlich ist meine zweite Woche bei der Bundeswehr vorbei. Höhepunkt dabei das erste scharfe Schießen mit dem G36 am Freitag. Die S1 und S3 habe ich bestanden, letztere zwar mit einigen Schwierigkeiten, aber egal. „Lustig“ dabei: Mein Gewehr war völlig dejustiert. Geschossen habe ich dann mit Ausbilderwaffen. Nächste Woche gehts von Montag bis Donnerstag ins erste Biwak. Dann sollen die S5 und S9 geschossen werden. Dann fehlt nur noch die P1-Übung S2 und das Schießen ist durch. Na ja, alles ganz schön anstrengend.

Einigen Tränen verdrückte ich beim Blick auf mein ersten überwiesenen Wehrsold. So bekomme ich nicht mal 300 Euro, was ich verwunderlich finde. Zu den 222,30 Euro Wehrsold müssten eigentlich noch Verpflegungsgeld von 72 Euro, die Erstattung meiner Antrittsfahrt (10,20 Euro) und Mobilitätszuschlag (circa 40 Euro pro Monat) bezahlt werden. Also fast 350 Euro, hmm.

Fußball wurde heute auch noch gespielt. Wir haben auswärts 2:0 gewonnen, in der 20. Minute musste ich verletzt vom Platz. Jetzt kühle ich meinen Knöchel, damit ich nächste Woche auch fit für die Bundeswehr bin. Sind halt wichtige fünf Tage, an denen ich teilnehmen sollte. Zu anderer Zeit hätt ich mich wohl „neukrank“ gemeldet und eine „MSG“ bekommen. Jetzt gehts halt nicht.

Meine erste Woche bei der Bundeswehr

So, die ersten fünf Tage meines Grundwehrdienstes sind um und viele Eindrücke haben mich fast „erschlagen“. Am Montag standen für den gesamten Tag Vor- und Hauptuntersuchungen, sprich eine weitere Musterung, an (Zahnarzt, Hör- und Sehtest, Blutdruck, Puls, …). Abends wurden wir von unserem Kompaniechef begrüßt, danach ging es ab ins Bett. Am nächsten Tag wurden wir komplett eingekleidet. Mittwoch gab es den ganzen Tag Unterricht zu den verschiedensten Themen und Donnerstag erhielten wir unser G36. Dieses Gewehr wird uns jetzt 3 Wochen lang permanent begleiten (selbst auf dem Klo). Freitag war dann Zerlegen und Zusammensetzen angesagt.

Das Essen ist in Ordnung, Problem ist nur, man hat sehr wenig Zeit dafür (nicht selten weniger als 10 Minuten). An das Marschieren und viele Stehen habe ich mich auch schon gewöhnt. Spinde sind eingeräumt, Betten müssen gemacht werden, Meldungen gegenüber Vorgesetzten gegeben werden und natürlich gibt es auch Frühsport.

Ist schon was anderes, wenn man nur Befehle bekommt und diese ausführt. Runterschlucken und Machen ist angesagt. Man muss über die Sachen bzw. den Sinn einfach nicht nachdenken. Ein paar Anschnautzer habe ich auch schon bekommen, was den Umgang mit dem G36 angeht. Da muss ich beim Zerlegen, Zusammensetzen und Reinigen noch gewissenhafter sein ;-)

Am Dienstag nächste Woche schreiben wir unseren ersten Test (sogenanntes Golden Goal). Wer nicht besteht, muss an einem Freitag um 15 Uhr nachschreiben (wenn die anderen schon zu Hause sind). Außerdem steht nächste Woche intensive Waffenausbildung an, am Freitag gibts das erste scharfe Schießen (mit echter Munition). Darauf die Woche ist das erste Biwak.