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Ausmustern bei Herrn Zickenrott

[Trigami-Anzeige] Die Diskussionen in Sachen Wehrpflicht und Grundwehrdienst reißen nicht ab. So wie ich vor zwei Jahren stehen immer wieder Tausende von männlichen Jugendlichen nach Schulende oder Ausbildung vor der Entscheidung, zum Bund zu gehen oder nicht. Dabei entscheidet ja die Musterung am Anfang darüber, ob man überhaupt tauglich ist. Diese Tauglichkeitsprüfung hat in der Vergangenheit einiges an Kritik einstecken müssen. Klar, dass sich im Netz einige auf das Thema Ausmusterung spezialisiert haben.

Wenn man selber das Ziel hat, ausgemustert zu werden und somit weder Wehr- noch einen Ersatzdienst (Zivi, usw.) zu leisten, kommt man am Namen Zickenrott kaum vorbei. Seit 1990 gilt Herr Peter Zickenrott als Ausmusterungs-Spezialist. Er kann auf eine makellose Erfolgsquote von 100% zurückschauen. Dabei ist es ganz egal, wann man die Dienstleistung anfragt. Das kann also bspw. bei der Erfassung oder gar erst nach der Musterung oder bei Erhalt des Einberufungsbescheides sein.

Anti-Wehrdienst-Report und Co.

Neben der persönlichen bzw. telefonischen Beratung spielt insbesondere der Anti-Wehrdienst-Report eine große Rolle. In diesem gibt es zahlreiche Infos für den korrekten Umgang mit dem Kreiswehrersatzamt und der Bundeswehr, sowie eine intensive Musterungsvorbereitung. Diese ist enorm wichtig, denn die Bundeswehr Ärzte haben viel Erfahrung mit sogenannten „Simulanten“. Herr Zickenrott kennt die Musterungsbestimmungen und weiß damit, welche „Leiden“ zu einer garantierten Ausmusterung (T5) führen. Dabei beziehen sich die Methoden ausschließlich auf die Grundanforderungen eines Soldaten, denn mit Attesten über Rücken und Kniebeschwerden bewirkt man bei der Musterung höchstens eine Einschränkung der Verwendungsmöglichkeiten oder etwaige Befreiungen (Sport, Märsche, ec.). Bedeutsam ist die entsprechende Vorbereitung, die auch über Atteste ziviler Ärzte führt. Neben dem Anti-Wehrdienst-Report gibt es auch einen Schreibservice (dieser übernimmt die Schreibarbeit im Umgang mit Behörden und Einrichtungen) und einen Adressenservice, der neben empfohlenen Ärzten auch Rechtsanwälte beinhaltet.

Das besondere an der Dienstleistung des Herrn Zickenrotts ist, dass diese nicht nur Grundwehrdienstleistenden zur Verfügung steht, sondern etwa auch Zeitsoldaten, Reservisten oder sogar Österreichern. Darüber hinaus haben auch Firmen und Unternehmen die Möglichkeit, in Kontakt mit Herrn Peter Zickenrott zu treten, um etwa zu verhindern, dass deren Personal durch Zivil- oder Wehrdienst für einen längeren Zeitraum nicht zur Verfügung steht.

Herr Zickenrott kann als Ausmusterungsexperte ebenso auf zahlreiche Fernseh-, Radio- und Medienauftritte, u.a. bei Günter Jauch in SternTV, verweisen. Auf seiner Homepage und in seinem Blog gibt es nicht nur Infos zur Dienstleistung mit Bestellmöglichkeiten, sondern auch Erfahrungen und Meinungen zur aktuellen Musterungspolitik.

Mein Blog ist schon ein Jahr alt :-)

Vor ein bisschen mehr als einem Jahr gabs hier an dieser Stelle den ersten Blog-Post. Seitdem hat sich eine Menge getan, ich habe Erfahrungen beim Bloggen gesammelt. Die wertvollste ist sicherlich, dass ein Personal-Blog immense Bedeutung für die eigene Reputation hat. Wenn ich ab und zu mal von Freunden, Bekannten, Verwandten gehört habe, wer hier so alles „heimlich mitliest“ (ohne zu kommentieren ;-) ), finde ich das schon toll. Gleichermaßen würde ich mich aber sehr darüber freuen, wenn sich die Leute auch mal in Form von Kommentaren oder Mails äußern würden ;-)

Meine Spielwiese

Gern bezeichne ich meinen Weblog als kleine Spielwiese. So habe ich schon verschiedene Monetarisierungsmodelle ausprobiert, Traffic-Artikel, „medienwirksame“ (a la Deutschlands Nachwuchsblogger) und nachdenkliche Beiträge geschrieben. Leider kam ich durch den Grundwehrdienst nicht dazu, regelmäßig zu schreiben, sodass sich eigentlich alles auf das Wochenende konzentriert hatte. Trotzdem bin ich stolz darauf, dass ich es geschafft habe, eigentlich jede Woche am Weekend von meinen Erlebnissen zu berichten. Selbst nach dem Bund hatte ich im Juli und August vieles um die Ohren. Ich habe ein Gewerbe angemeldet und musste mich um ein paar Steuer-, Finanz- und Versicherungssachen kümmern. Dazu kamen noch die Studienbewerbungen und eigene Projekte, an denen ich immer noch arbeite. In Zukunft wird es weiter so sein, dass hier immer wieder bei Gelegenheit ein Post kommt.

Zum Bloginhalt

Inhaltlich existiert mittlerweile ein bunter Mix und der Blog entwickelte sich quasi zu einem Melting Pot von Privatem und Geschäftlichem. Alles was mich gerade so interessiert, blogge ich. So dreht sich viel um meinen Alltag: Schule/Abitur, Bundeswehr und nun Studium mit „Kleinunternehmertum“. Viel dreht sich auch um den Sport, allen voran meine „Lieblingssportarten“ Fußball und Basketball. Mit diesen Themen dürft ihr wohl auch in Zukunft rechnen ;-)

Blog-Stats

Zum Abschluss mal ein paar aktuelle Größen für alle Statistik-Fans. 381 Tage ist der Weblog nun online. 216 Beiträge wurden zusammen mit diesem seit dem 13. August 2007 veröffentlicht (0,56 pro Tag). Den ersten Kommentar gab es am 9. September letzten Jahres. Seitdem kommentierten 123 unterschiedliche User 202 mal (0,57 pro Tag). Die Besucherzahlen bewegen sich momentan knapp um die 110 pro Tag. Die Besuche liegen bei 123 und die PIs bei 150 pro Tag.

OG-Abschied & Auskleidung: Inoffizielles Ende

Meine Bundzeit ist zwar noch nicht offiziell um – mein DZE (=Dienstzeitende) ist erst am 30. Juni – trotzdem muss ich nicht mehr in die Kaserne. Aufgrund der Einschleusung der neuen Soldaten aus der AGA mussten wir schon gestern aus dem Block raus und haben für heute bzw. Montag Urlaub bekommen. Somit sind neun grüne Monate um, die rückblickend eine Erfahrung mehr im Leben bedeuteten. Zwar könnte ich mich jetzt über viele Sachen aufregen, einige haben wir unserem Chef auch am Freitag beim Entlassungsgespräch mitgeteilt, doch bleiben auch ein paar schöne Erinnerungen an die Zeit.

Bevor ich aber zu einem kleinen Fazit meiner Zeit komme, möchte ich wie gewohnt noch einen Rückblick auf die letzten Tage geben. Montag gings ja wieder zum Dienst und ran an die Ausschleusungs-Fortsetzung. Wir haben Unterschriften für unseren Laufzettel gesammelt und den „OG-Abschied“ organisiert, der dann abends stattfand und doch ganz gut war (etwa 40 OGs). Zumal die Ereignisse gegen 24 Uhr sich auch überschlagen hatten und auf meiner Stube einiges zu tun war. :-) Dienstag ging es dann mit der Ausschleusungsprozedur los. Erst wollte man uns noch Aufgaben geben, wir hatten aber schon Hauptuntersuchung und so wurde aus dem schönen Plan leider nichts :-) Der Laufzettel wurde weiter bearbeitet und wir haben unsere Ausrüstung für die Auskleidung am Mittwoch verpackt. Da zeigte sich wieder die Klasse der Bundeswehr. Nachdem ich mit dem Verpacken gemäß Verpackungsplan so gut wie fertig war, hing auf einmal ein neuer Plan aus. Das bedeutete für mich, alles neu verpacken. Typisch Bundeswehr dachte ich mir, da kommt man natürlich kurz vor Toreschluss drauf (wir sollten bis 13.30 Uhr verladen, 10 Uhr war die Änderung, dazwischen noch eine Stunde Mittagspause). Nun ja, dann haben wir es doch gepackt und durften ab dann in Zivilzeug rumlaufen :-) Dienstagabend waren wir stubenintern noch beim Chinesen, schön Buffet essen. Danach habe ich noch ein wenig Sport gemacht und den Abend gemütlich beim ein oder anderen Bier ausklingen lassen.

Mittwoch war dann ja Auskleidung, dazu sind wir eine Stunde nach Neubrandenburg zur LHBw gefahren. Nun ja, anders als gehofft, hat sich das ganz schön in die Länge gezogen, weil die Zivilangestellten erst mal kurz nach unserer Ankunft Mittagspause gemacht haben und dann lange Zeit auch nur eine Auskleidungsstation offen war. So haben wir für die etwa 40 Mann gute 3 1/2h Stunden gebraucht. Wen es interessiert, was ich nach dem Bund als W9er behalten durfte, hier die Auflistung: 2 Paar Kampfstiefel, 1 Paar Hallenschuhe, 1 Paar Gelände-Schuhe (Outdoor), 3 T-Shirts oliv/kurz, 5 Paar Socken oliv, 1 Paar Socken schwarz, 2 Paar Socken weiß, 3 Taschentücher, 3 Unterziehhosen lang plus (wer hatte) die bezahlte Unterwäsche. Die Schuhe wurden alle gelocht. Jetzt heißt es, die Sachen drei Jahre zu behalten, erst dann gehen sie in den eigenen Besitz über (also Schuhe nicht wegschmeißen oder verkaufen!). Nach der Auskleidung gabs Dienstschluss und wir bereiteten uns aufs Deutschland-Türkei Spiel im Halbfinale der EM vor. Dazu sind wir ins Mannheim und haben das Freibier-Angebot genutzt (für jedes deutsche Tor ein Freibier). Nach dem sensationellen Sieg gings im Autokorso raus in die Stadt. Ein paar Bierchen später waren wir wieder drin und haben noch ein wenig gepennt.

Donnerstag hieß es dann nur noch letzte Unterschriften zu besorgen und die Stuben auszuräumen bzw. auf Vordermann zu bringen. Nachmittags kamen ja die Neuen. Zum Abschlussantreten gegen 10 Uhr verabschiedete sich zuerst unser Zugführer von uns, dann gabs ein paar warme Worte vom Chef und dann noch für mich und drei weitere Kameraden eine Schützenschnur. Mein Leistungsabzeichen soll mir übrigens nachgeschickt werden (da bin ich mal gespannt). Anschließend gab es im Lehrsaal noch ein wenig was zu tun. So haben wir unsere Erkennungsmarken, Schießbücher, Bahnberechtigungsausweise, Laufzettel und Truppenausweise abgegeben. Danach wurden wir noch gefragt, ob wir Reservist werden möchten. Ich kreuzte, wie fast alle, nein an. Dann hat der Chef nochmal nach Feedback von uns gefragt, das wir ihm dann ganz ehrlich gegeben haben. Zwar war das viel negatives, aber auch ein bissl was positives. Er nahm unsere Vorschläge gut auf und wollte auch bei dem ein oder anderen was machen… Nun ja, mit einem Händedruck bekamen wir dann noch Dienstzeugnisse, Urkunden und Wehrdienstzeitbescheinigungen. Kurz darauf ist die Bundeswehr für mich passé. :-)

Doch nun zu meinem Fazit. Nachdem ich mich ja schon einige Male aufgeregt habe, werde ich wohl auch bestimmte Sachen vermissen. Da wären zum einen die ganzen Freundschaften mit den Kameraden aus der AGA und den letzten 6 Monaten in unserer Stammeinheit. Viele wird man davon wohl leider nicht mehr wiedersehen, ein Treffen in der Zukunft wäre aber ganz cool und dank sozialer Netzwerke wohl auch machbar. Was haben wir nicht fast 5x24h die Woche für Sachen zusammengemacht, zusammen gemeckert und gelacht :-) Das war schon geil, schade, dass es sowas wohl nicht mehr geben wird. Zum anderen ist da auch das Schießen. Es darf beileibe nicht jeder W9er in seiner Dienstzeit mal Handgranaten werfen oder ein Gruppengefechtsschießen durchführen. Das waren schon tolle Sachen, die ich da erlebt habe. Auch der Sport, sofern er denn mal statt fand, war in Ordnung und eine schöne Abwechslung. Da sei das Bataillonssportfest als erstes genannt, selbst wenn da am Ende nicht alles glatt lief. Und auch die organisierten Möglichkeiten (Kinobesuche, Fußballturniere, Public Viewing bei der EM, Fahrt ins Erlebnisbad, ec.), die man in der Dienstunterbrechung bzw. nach Dienstschluss während der Übungen in Todendorf und Klietz hatte, waren super.

Natürlich bleiben vor allem auch Kritikpunkte hängen. Da wären zum einen die mangelnde Organisation (kaum einer weiß, was der andere macht) und die stupiden Aufträge (wenn nichts anliegt, Budenreinigen oder Hallen ausfegen, oder Infanterieergänzung zum tausendsten Mal mit G36 Zerlegen). Außerdem war das manchmal mit den Vorgesetzten auch net so toll. Natürlich sind bei der Bundeswehr einige nicht die hellsten, trotzdem kann man manche Sachen auch mal lockerer sehen (Radio auf Stube, da sind manche ausgerastet!) und über einige Sachen mal ein wenig mehr nachdenken (Rechtschreibfehler :-) ). Auch das so intrigenhafte hat mich genervt und das viele Dinge einfach so ewig dauern (ich sag nur, „ist angefordert“). Nun ja, an dieser Stelle werde ich mich woanders wohl mehr äußern.

Wenn man es mit anderen Einheiten vergleicht, habe ich wohl eine sehr intensive Zeit in meiner Stammeinheit erlebt. Dafür war meine AGA halt ein wenig lockerer, wenn man Erfahrungsberichten anderer glauben schenken darf (bspw. meiner Stubenkameraden, die ihre AGA bei den Pionieren oder Kanonieren hatten). Einblicke in andere Kompanien und Bataillone zeigten doch, dass es bei mir danach härter zur Sache ging (Stube auf Vordermann halten, Meldungen, Grüßen, ec.). Kann natürlich auch an der Teilstreitkraft Heer liegen, die sowieso nicht so das „Locker-Image“ der Luftwaffe oder Marine hat. Insgesamt aber war die Bundeswehr ne Erfahrung, die man machen sollte, auch wenn ich jetzt leider zwei Semester im Studium verloren habe. Aber so ist es halt, wenn man T2 gemustert wird :-( Wer sich also zwischen Zivil- oder Wehrdienst entscheiden möchte, kann gerne mal bei mir anfragen und erhält dann ein ehrliches Feedback meiner Wehrdienstzeit.

Ausschleusung Teil 1: Viel Organisatorisches

Die Zeit rennt und so gabs diese Woche viel Orga-Zeug zum Abarbeiten, damit wir nächste Woche „schnell weg können“. Am Mittwoch und Donnerstag waren die ärztlichen Entlassungs-Untersuchungen (Zahnarzt und Vor- bzw. Hauptuntersuchung), die keine spektakulären Ergebnisse brachten. Beim Oberstabsarzt habe ich lediglich meine Knöchelverletzung aus der AGA angesprochen, die besagte Stelle ist immer noch ein wenig dicker, als der rechte Knöchel. Eine Untersuchung gabs trotzdem nicht, da ich ja keine Schmerzen habe und das lediglich ein Schönheitsfehler sei…

Montag hatten wir Vollzähligkeit. Ich kam ohne eine Sachschadensmeldung aus, sodass es da keine Probleme mit meiner Ausrüstung gab. Bleibt nur zu hoffen, dass das nächste Woche auch noch so ist. Bis auf einen Tag hatten wir dann auch kaum reguläre Arbeiten gehabt. Ein bisschen relaxen kurz vor Ende ist auch was schönes, haben die Wochen und Monate vorher ja genug gemacht. Fußball haben wir abends auch immer brav geschaut und nach Dienst habe ich natürlich wieder viel Sport getrieben.

Papierkram gab es die Woche auch noch zu erledigen. So habe ich meine Schützenschnur (bronzen) und mein Leistungsabzeichen (gold) beantragt. Ich hoffe, dass wird dann die nächsten Tage auch was mit der Verleihung. Nächsten Montag haben wir „OG-Abschied“, auch wenn die Organisation ein wenig hinterlief, wollen wir das beste draus machen. An Dienst steht die nächste Woche Materialbewirtschaftung an, so haben wir wohl erst Mittwoch mit unserer Auskleidung wieder was zu tun. Donnerstag geht es dann nach Hause (der Urlaub für Freitag und Montag ist ja durch) und ab dem 1. Juli 2008 bin ich dann wieder Zivilist ;-)

Litzen hoch und Litzen runter, das macht den Vorgesetzten munter

In den letzten fünf Tagen stand das unumstrittene Highlight des Jahres und meines Grundwehrdienstes an. Die große Übung stand ganz im Mittelpunkt dieses Quartals. Dafür mussten wir schon Sonntagmorgen in der Kaserne sein, unser Gepäck wurden schon Freitag verladen. Sonntags ging nur unsere Waffe und das Handgepäck mit in den Bus. Mittags sind wir dann in der Kaserne am Truppenübungsplatz eingetroffen und haben unsere Stuben bezogen. Nach dem Feldgottesdienst hatten wir Zeit zur freien Verfügung und gingen abends zum Fußballschauen über. Natürlich haben wir auch das Deutschland-Spiel gegen Polen im Kino geschaut. Die Stimmung war genial! :-)

Am Montag gings dann raus auf die Schießbahn, zunächst aber zum Handgranatenwurfplatz. Nach einem Durchgang mit der Üb-Granate, um den ganzen Ablauf durchzugehen, folgten zwei scharfe. Das war wirklich beeindruckend, vor allem das Gefühl, wenn man den Splint gezogen hatte und kurz vor dem Wurf war und nur noch der Bügel die Granate sichert. Das Ding hat wirklich nen echt guten Bumms. Nachmittags sind wir rüber zum G-36-Schießen. Dort haben wir zunächst eine abgewandelte Version der S-1 geschossen, anschließend die S-5. Aufgrund der geringen Zeit, wir konnten nur auf einer Bahn schießen, durften nur die besten die S-9 als Wertungsübung für die Schützenschnur schießen. Ich war leider mit 13 von 15 möglichen Treffern „zu schlecht“. Danach gings wieder heim, es wurde Fußball geschaut und der Tag ruhig beendet. Der Ablauf nach dem Verlegen in die Kaserne war übrigens immer gleich.

Dienstags standen eigentlich Panzerfaust- und MG-Schießen auf dem Plan. Aufgrund der hohen Waldbrandstufe durften wir auf der für uns zugewiesenen Bahn keine Panzerfaust schießen. Dafür aber haben wir schon eine Einweisung fürs große Gruppengefechtsschießen bekommen. Beim MG-Schießen habe ich zwei Mal die S-3 als WÜ geschossen (silber) und die S-4 einmal (bronze). Die Ergebnisse haben mir aber nichts gebracht, sodass ich nächste Woche die bronzene Schützenschnur beantragen werde.

Am Mittwoch gings dann zum Gruppengefechtsschießen. Nach dem Üben in der Vorwoche ging es diesmal mit einem neuen Gruppenführer an den großen Auftritt. Es lief alles sehr schick. Wir hatten ein gutes Trefferergebnis und einen top Feuerüberfall. Auch die Einzeltätigkeiten der Schützen und alle anderen Punkte, wie Einfließen oder das Sturmabwehrschießen, haben gepasst. Man muss aber sagen, dass wir über die Phasen Bescheid wussten. Ich war im Alarmposten und zugleich Melder, der die Gruppe alarmierte. Meine Stellung war in einem Haus. Nachteilig war halt, dass ich durch das Fenster einen eingeschränkten Wirkungsbereich hatte und mir meine Ziele mit dem MG-Schützen „teilen musste“.

Donnerstags war dann ebenfalls Gruppengefechtsschießen, diesmal aber in einer gesteigerten Form mit Gefechtslärm, feindlichem MG-Beschuss und Granat-Einschlägen. So mussten wir öfter in Deckung gehen und auf diese Lageeinspielungen reagieren. Ansonsten blieb alles gleich. Wir hatten ein paar mehr Ziele, sodass ich mehr schießen konnte. Jeden Tag hatten wir zwei Durchgänge, insgesamt habe ich etwa 120 Schuss verschossen. Das war wirklich interessant und eine Erfahrung. Nach dem letzten Durchgang hat uns der Oberleutnant nochmal gelobt. Am Donnerstag stand ja auch wieder das Deutschland-Spiel an. Nach dem Waffenreinigen gings wieder ins Kino, der Ausgang des Spiels gegen Kroatien ist bekannt. Danach haben wir noch Taschen gepackt und den Block gereinigt.

Ich durfte dann gegen 22 Uhr raus (mein Vater holte mich ab), da ich heute noch nach Potsdam ans HPI zum Hochschulinformationstag gefahren bin. Nach einer Autopanne kurz vor dem Ziel kamen wir erst gegen halb 3 zu Hause an. Trotzdem bin ich dann heute nach Griebnitzsee aufgebrochen und habe mich intensiv informiert. Nach einem Vortrag von Professor Felix Naumann nahm ich noch an einer Führung durchs HPI teil. Dort wurden einige Bachelorprojekte vorgestellt und ich konnte an die Studenten auch einige Fragen loswerden und mir weiter ein Bild vom Institut machen. Es ist einfach genial :-)

In der nächsten Woche gehts los mit der Ausschleusung. Zunächst haben wir Vollzähligkeit der Ausrüstung, dann werden schon Ausrüstungsgegenstände der Kompanie abgegeben. Am Mittwoch und Donnerstag stehen Arzttermine an. Nebenbei werden wir bestimmt mit Waffenreinigen und Ausrüstungreinigen zu tun haben, Übungsnachbereitung halt. Zudem soll Donnerstag wohl noch ein 30km-Marsch sein.

Zum Schluss noch eine kurze Erklärung der Überschrift. Ein Brauch von EKs (Entlassungskandidaten) der Bundeswehr ist es, die Litzen auf der Schulter auf Halbmast zu ziehen, also auf die Mitte der Rangschlaufen. Nur wurde das gar nicht gern gesehen von den ganzen Vorgesetzten, die mir die Litzen schon runter reißen wollten. Nun ja, da habe ich einfach die Dinger kurz runtergezogen und später sind sie wieder „hochgerutscht“. Das passiert nunmal ;-)

Gruppengefechtsschießen Üben für die Übung

Die Woche stand ganz im Zeichen des ersten Scharfübens für unsere große Bataillonsübung ab diesem Sonntag bis nächsten Freitag. Darüber hinaus gab es Vorbereitungen zu treffen, damit alles auch einwandfrei abläuft. Na gut, ich sag mal lieber, dass das nicht im üblichen „Bundeswehr-Chaos“ endet ;-)

Montag haben wir noch eine Infanterieergänzungsausbildung genossen, ehe es ab dem Mittag ans Packen und nach dem Abendbrot in Richtung Truppenübungsplatz ging. Dort haben wir bis Mittwoch in einer Kaserne genächtigt. Dienstag gings dann in den benachbarten Übungsplatz auf die Schießbahn. In unseren acht Mann starken Gruppen haben wir dann das Erlernte der Vorwochen im scharfen Schuss angewandt. Also das Einfließen in die Stellung, den Feuerüberfall, den geleiteten bzw. selbständig geführten Feuerkampf und das Sturmabwehrschießen. Dabei wurde in den Durchgängen eine Menge experimentiert. So gab es unterschiedliche Phasen und Lageänderungen, auf die reagiert werden musste.

Mir hat das Gruppengefechtsschießen mehr Spaß gemacht, als ein normales Schul- oder Wertungsschießen. Das ist halt zwar immer noch Kriegstechnik aus dem ersten und zweiten Weltkrieg, aber wenigstens konnten wir jetzt mal mehrere Ziele selbständig bekämpfen. Vor allem das Sturmabwehrschießen war mal was neues. Nächste Woche aber gibts einige Veränderungen. So kommen MG und Panzerfaust als schwere Waffen mit zum Gruppengefechtsschießen hinzu, aufgrund der Waldbrandstufe 4 durften wir die nämlich nicht schießen.

Mitwochabend haben wir dann wieder in Richtung Heimat verlegt. Donnerstag stand dann „Nachbereitung“ an, wir haben zwei Stunden Waffen gereinigt und einige sind mit Fahrzeugen raus gefahren um Sandsäcke für nächste Woche zu befüllen. Heute war dann großes Stuben- und Revierreinigen, wir sind schließlich eine komplette Woche ja nicht da. Weiterhin haben wir die Gepäcke für die Übungstage verpackt und verladen. Mein Rest kommt dann Sonntag mit in den KOM.

Nun aber der Fahrplan (bei der Bundeswehr gedachter Verlauf genannt) für die nächste Woche. Sonntag gehts, wie gesagt, schon los. Somit gibts nur ein verkürztes Wochenende. Nach der Vollzähligkeit ist Waffenempfang und dann verlegen wir mit dem KOM in Richtung Truppenübungsplatz. Dort werden wir gegen Mittag ankommen und haben dann nach dem Beziehen der Stuben Verfügungszeit. Während der Tage können wir glücklicherweise auch im Kino Fußball schauen. Somit muss ich nicht auf die Deutschland-Spiele der EM verzichten. Am Montag gehts rauf auf die Schießbahn. Den Auftakt macht das Handgranatenwerfen am Montag. Parallel läuft dazu das G-36-Schul- und Wertungsschießen (S-1, S-5 und S-9 als WÜ). Am Dienstag folgt die Panzerfaust 3 (S-1 und S-4 als WÜ) und das MG 3 Schießen (S-1 und S-4 als WÜ). Am Mittwoch und Donnerstag steht dann das Gruppengefechtsschießen mit Extras, wie eingespielte Gefechtsgeräusche, Mörser- und Granateneinschläge, ec. an. Dazu kommen MG und Panzerfaust zum Einsatz. Hört sich ganz lustig an. Am Mittwochabend (bzw. Mittwochnacht) findet das ganze als Nachtschießen nochmal statt. Am Freitag gehts dann für die meisten nach Hause, Dienstschluss ist aber erst später nach dem Bataillonsantreten gegen 15/16 Uhr.

Wie man gezielt demotiviert

Ziel der Vorgesetzen bei der Bundeswehr ist es normalerweise, die Motivation der Truppe aufrechtzuerhalten. So werden besondere Leistungen honoriert, im Regelfall durch FvD (Frei vom Dienst) bzw. Sonderurlaub, früheren Dienstschluss/späteren Dienstantritt oder aber durch Abzeichen. Bitter ist es für einen Soldaten dann, wenn Versprechen nicht gehalten werden.

Am Dienstag war bei uns in der Kaserne Bataillonssportfest. Unser Chef betonte, dass wir uns besonders anstrengen sollen, damit der Trophäenschrank endlich mal gefüllt wird. Herausragende Einzel- und Mannschaftsleistungen würden selbstverständlich auch gewürdigt werden. Ich war für keine Einzeldisziplin gemeldet, dafür habe ich aber die relevanten Disziplinen fürs Deutsche Sportabzeichen (DSA) abgelegt und dort auch die Vorgaben erfüllt (100m-Sprint, Weitsprung und 3.000m-Lauf). Das DSA brauche ich nämlich als letztes für mein Leistungsabzeichen in Gold. Ursprünglich wollte ich das DSA im Zivilen ablegen und brauchte dafür einen Tag Sonderurlaub, da ich keinen Erholungsurlaub mehr habe. Urlaub gabs dafür aber nicht und so wurde mir die Möglichkeit vorgeschlagen, am Dienstag die Leichtathletikdisziplinen abzulegen. Das Schwimmen muss ich dann draußen ablegen. So ist das halt, Eigeninitiative wird beim Bund nicht wirklich belohnt.

Aber eigentlich geht es ja um das Bataillonssportfest und die Mannschaftswettbewerbe am Nachmittag. Da trat ich nämlich im Fußball als krasser Außenseiter mit der zweiten Mannschaft unserer Kompanie an. Nach einem 0:0 im Auftaktspiel, gewannen wir die nächsten zwei Partien und standen soverän als erster im Halbfinale gegen unsere erste Mannschaft. Gegen eine Mannschaft, die mit mehreren landesligaerfahrenenen Spielern angetreten war, hielten wir das 0:0 und hatten im Siebenmeterschießen das Glück auf unserer Seite: Wir standen im Finale. Das gewannen wir mit 1:0 und machten somit die Überraschung perfekt. Damit hatte ich als Kapitän bei weitem nicht gerechnet. Nun ja, da habe ich mich schon auf die Siegerehrung vor dem gesamten Bataillon gefreut, als unser Chef bekannt gibt, dass nicht der Kapitän die Trophäe in Empfang nimmt, sondern irgendein HG, der nur eingesprungen ist, weil sich ein Spieler von uns im ersten Spiel verletzt hat! :-( Meine Stimmung war dementsprechend mies, sodass auch das anschließende Grillen für mich nichts bedeutete. Typisch Bundeswehr, dachte ich mir… Unser KpChef lobte uns für den tollen Erfolg und versprach eine Belohnung. Was soll ich sagen, bisher gabs rein gar nichts. Schon letzte Woche durften wir für den Ehrenzug nicht früher nach Hause, dann haben wir noch „eine Stunde früher gehen“ (für tolle Leistungen in einer Woche vor drei Monaten) offen. Wenigstens gings heute ein wenig früher los („Ehrenzugteilnahme“).

Die Motivation bleibt aber total im Keller, nicht nur bei mir, sondern bei allen W9ern und auch Längerdienenden in meinem Zug/Kompanie. Bundeswehr, die meisten haben da keine Lust mehr drauf. Wenn selbst SaZ einen davor warnen, sich länger zu verpflichten kann doch irgendwas nicht stimmen. Die letzten Wochen werden an den negativen Erinnerungen wohl nichts mehr ändern und so kann ich jedem in der Zukunft nur raten, sich genau zu überlegen, ob man zum Bund geht oder nicht. Es gibt so vieles, was dagegen spricht.

Was nächste Woche ansteht, habe ich schon angekündigt. Wir fahren von Montag bis Mittwoch auf den Truppenübungsplatz und werden für die danach stattfindende Übung das Gruppengefechtsschießen üben. Wenn ich die nächsten zwei Wochen hinter mir habe, ist so gut wie alles vorbei. Endlich möchte man meinen…

Infanterieergänzung und Gelöbnis

Nach drei Wochen Urlaub musste ich am Montag wieder in die Kaserne. Auf in die letzten anstrengenden Wochen meines neunmonatigen Grundwehrdienstes. Am Sonntag noch auf Malle, am Montag wieder im Stillgestanden oder Richt Euch, so schnell kann es gehen :-( Los gings dann zu Wochenbeginn mit Sport und Infanterieergänzung in Stationsausbildung. Darunter war beispielsweise Zerlegen und Zusammensetzen von MG 3 und G36, Panzerfaustausbildung, Melden & Beobachten, Feuerüberfall und Hindernisbahn. All das in Vorbereitung auf unsere sechstägige Übung in drei Wochen. Die grüne Ausbildung dauerte zwei Tage, aber es war nicht die letzte!

Ab Mittwoch stand dann Üben für das feierliche Gelöbnis des zweiten AGA-Quartals in diesem Jahr auf dem Programm. Unsere Kompanie stellte wiedermal den Ehrenzug, dafür gab es aber bis auf die AGA keine Kompanieabordnungen. Aufgrund der geringen Zeit haben wir fleißig und intensiv Formaldienst betrieben, was das Zeug hielt. Neu zusammengewürfelt dauerte das seine Zeit. Am Donnerstag war ja schließlich schon der scharfe Durchgang. Leider hat dann aber nicht alles gepasst. So gab es zwei Kameraden im Ehrenzug, die „abgeklappt“ sind. Ein- und Ausmarsch beim öffentlichen Gelöbnis waren in Ordnung. Trotzdem sind einigen schon kleinere Fehler unterlaufen. Heute gabs dann auch nicht frei, das hatte aber nichts mit der Leistung des Ehrenzuges zu tun.

Nächste Woche ist technischer Dienst. Leider wurde der Dienstplan noch nicht ausgehangen, Dienstag ist aber auf jeden Fall noch Bataillonssportfest. Nun muss ich auch erst mal schauen, wie ich dann in die Kaserne komme, da meine beiden Mitfahrgelegenheiten Urlaub haben. Auch der Fahrplan für die nächsten Wochen bis zum DZE (Dienstzeitende) steht. So fahren wir in der übernächsten Woche zwei Tage Schießen, danach ist die Übung und dann beginnt das ganze Ausschleusungsprozedere. Leider kann ich auch meine zwei Tage Resturlaub nicht nehmen, da wir diese für den 27. und 30. Juni benötigen. Das heißt unser letzter Tag wird der 26. (ein Donnerstag) sein. Am 25. ist Auskleidung. Davor die Woche haben wir die Arzttermine (Zahnarzt, Vor- und Hauptuntersuchung).

Neue Betten, Pi-Ausbildung und Marsch

Los ging die Woche mit einer erfreulichen Nachricht, die wir über den Dienstplan zur Kenntnis nahmen: Wir bekommen neue Betten :-) Und zwar die aus der Stube 2000 mit Buche Dekor. Jetzt müssen sich erst mal unsere Rücken an die neuen Matratzen und Betten gewöhnen. Auf jeden Fall haben wir jetzt mehr Platz zum Schlafen, wenigstens etwas. Den ganzen Montag waren wir also damit beschäftigt, die alten Betten aus der Kompanie rauszutragen und die neuen aufzubauen. Mit ein wenig Glück kommen auch neue Tische und Stühle. Die alten NVA Spinde werden wir aber behalten.

Am Dienstag hatten wir den ganzen Tag „Pionier-Ausbildung“. So haben wir vormittags das Typ II-Zelt aufgebaut und nachmittags eine Wiederholungsausbildung in S-Draht und einfache KFZ-Schleuse. Wie gesagt, netter Zeitvertreib, da wir das alles schon mal in der DPA hatten. Nach dem Dienst ging es schon fast wie gewohnt auf den Basketballplatz, da das Wetter diese Woche mal richtig jut war.

Mittwoch war dann ein wenig Entspannen angesagt. Vormittags gab es glaube keine Aufträge und nachmittags haben wir uns auf den Marsch am Donnerstag vorbereitet. Die Unteroffiziere waren zudem noch in Berlin schießen, sodass kaum jemand in der Kompanie war (ähnlich wie Montag). Für den O-Marsch, der irgendwann im Mai sein soll, haben wir nochmal unsere Doppelschrittzahl bestätigt.

Donnerstag ging es dann ans Eingemachte. Diejenigen, die den 30km Marsch noch nicht gelaufen sind, mussten diesmal ran. Im Gegensatz zum ersten war die Verpflegung diesmal richtig mies und das bei viel krasserem Wetter. Ich war als Posten an einer Kreuzung eingesetzt und sollte aufpassen, dass kein Marschteilnehmer von Autos überfahren wird. Hat auch gut geklappt :-) Bis auf die Mücken war es auch ganz gesellig, zumal die vorbeifahrenden Auto- und Radfahrer sehr nett waren. Wir haben auch noch die Beschilderung vorgenommen und waren dann wieder rechtzeitig zum Mittag wieder in der Kaserne. Der Nachmittag diente dann zum Wundenpflegen. Einige hatten wieder ordentliche Blasen bekommen.

Heute war dann außer Stuben- und Revierreinigen nichts mehr, da wir frühzeitig ins Wochenende geschickt wurden (für die Marschleistung, Waffenparcour und den Sternenlauf aus der Vorwoche). Ich habe noch meine Urlaubsplanung mit dem Oberleutnant besprochen und auch meine Dienstausgleichszettel ausgefüllt. Hintergrund der Aktion war: Ich habe ab heute drei Wochen Urlaub :-) Die ersten zwei Wochen kümmer ich mich um meine Projekte, Studiumbewerbung, ec. und ab dem 10. Mai gehts nach Spanien.

In die Kaserne muss ich dann wieder am 19. Mai. Dazu noch mal ein kurzer Ausblick auf die letzten Wochen meines Grundwehrdienstes, denn die werden nochmal stressig. In der Woche nach meinem Urlaub haben wir ne kleine Übung und feierliches Gelöbnis (wir stellen wieder Ehrenzug und Kompanieabordnung). In den darauffolgenden fünf Tagen gibt es nochmal technischen Dienst und Materialbewirtschaftung. Es folgt Infanterieergänzungsausbildung und ein zweitägiges Gruppengefechtsschießen. Dann gehts schon weiter mit einer sechs-tägigen Übung (im Bataillonsrahmen) in Sachsen-Anhalt, ehe ab dem 16. Juni unsere Auskleidung vorbereitet wird (Santermine, Laufzettel abarbeiten, ec.). Wenns gut läuft, sind wir vielleicht eine Woche eher aus der Kaserne raus.

Waffenparcour, Panzerfaust 3, Reinigen und Sport

Aus diesen ^^ vier Bestandteilen setzte sich meine Woche bei der Bundeswehr zusammen. Für alle MKF war eine Weiterbildung geplant, bzw. Einweisungs- und Überprüfungsfahrten, auch wir sollten – laut Dienstplan – daran im Rahmen von Unterrichten teilnehmen. Daraus wurde aber nichts. So verbrachten wir den kompletten Montag auf Stube, mal eine angenehme Abwechslung bei der zuletzt so spannenden (Achtung: Ironie) Ausbildung.

Am Dienstagnachmittag kam dann erstmals ein wenig „Action“ auf. Mein Zug machte sich fertig zum Sternenlauf. Da läuft man in der Gruppe von einem Ausgangspunkt zu verschiedenen Orten in der Kaserne und beantwortet an den Stationen unterschiedliche Fragen. Am Ende wurden die Antworten eingesammelt und ausgewertet. Das war dann mal eine andere Art der Sportausbildung bei der Bundeswehr. Die Grundidee war an sich gut, nur die Durchführung hätte man besser gestalten können. Das Wetter spielte die Tage natürlich auch nicht mit.

Am Mittwoch durften wir dann an den Waffenparcour ran. War halt alles ein wenig drillmäßig. Los ging es ab dem Start im Sprint zur ersten Matte, G36 Zerlegen & Zusammensetzen. Als nächstes ging es in Pirschhaltung weiter, unbekannte Person nähert sich (Stellung und Anrufverfahren). Danach kam ABC-Warnung. Weiter ging es abwechselnd über ein Hindernis und drunter durch. Es folgte MG 3 Zerlegen und Zusammensetzen mit anschließendem ABC-Alarm. Mit Maske ging es kriechend bergauf unter ein Tarnnetz lang. Als nächstes kam wieder G36 Zerlegen. Danach durften wir die Maske abnahmen (ABC-Entwarnung). Dann zur nächsten Matte MG Rohrwechsel plus Ladetätigkeiten und G 36 Magazinwechsel. Als letztes wieder im Sprint 50m weiter. Dort mussten wir 10 Fragen beantworten. Je nachdem wie viele falsche Antworten kamen, musste man mehr Sandsäcke zurück ziehen. Ich durfte zwei schleppen. Anschließend ging es im „Marsch, Marsch“ (übersetzt: Laufschritt ;-) ) zum Ausgangspunkt zurück. Das ganze Prozedere habe ich in 18 Minuten geschafft und war damit glaube Drittschnellster. Das fand ich gut :-)

Am Donnerstag durften wir dann Panzerfaust 3 Ausbildung genießen. Auf Vorschlag eines StUffz wurde noch mal nachgesteuert, nachdem wir das ganze ja schon letzte Woche hatten. Wer die Panzerfaust 3 kennt weiß, dass da nicht viel zum Ausbilden ist. Ein Tag dürfte reichen. Na ja. Wieder im Regen gelegen und die Sachen durchgespielt (Anschlag, Entfernung u. Geschwindigkeit der Panzer schätzen). Danach hieß es intensives Waffenreinigen. Erfreulich, dass ich dann die Möglichkeit hatte, nach Hause zu fahren. Meine Bernauer Kameraden sind nämlich heim, da sie von heute bis nächsten Freitag auf ne Übung gefahren sind. Da mussten die noch Sachen von zu Hause holen und ich konnte mal unter der Woche zum Training :-)

Heute war dann mehr unspektakuläres Programm. Wir hatten zunächst Sport und danach Stuben & Revierreinigen bis Dienstschluss (11.30 Uhr). Fazit der Woche: Weitere fünf Tage Dienst sind rum. So langsam aber sicher haben die meisten von der Bundeswehr genug. Es ist einfach das drumherum, was einen fertig macht. Da wird der Dienstplan mehrmals geändert, Ausbildungen wiederholt, die jeder schon drauf hat („die Zeit muss ja rum und die armen OGs dürfen sich ja nicht auf Stube langweilen“) usw. Von der sogenannten „Organisation“ mag man gar nicht mehr sprechen. Mehr Abwechslung in der Ausbildung würde gut tun. Ich versteh ja, dass wir uns auf Gefechtsübungen vorbereiten müssen, aber trotzdem kann man da einiges wegfallen lassen, was sowieso schon bekannt ist (Ablösegespräch Alarmposten, G36 Zerlegen & Zusammensetzen). Zudem brauchen wir große Teile gar nicht. Den eigentlichen Auftrag unseres Bataillons haben wir schon lange nicht mehr erprobt (seit der DPA im Januar!). Aber so ist halt die Bundeswehr. Dazu passt auch, dass der Plan für die nächste Woche heute wiedermal nicht aushing und selbst der Quartalsplan nicht für uns verfügbar ist.