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Infanterieergänzung und Gelöbnis

Nach drei Wochen Urlaub musste ich am Montag wieder in die Kaserne. Auf in die letzten anstrengenden Wochen meines neunmonatigen Grundwehrdienstes. Am Sonntag noch auf Malle, am Montag wieder im Stillgestanden oder Richt Euch, so schnell kann es gehen :-( Los gings dann zu Wochenbeginn mit Sport und Infanterieergänzung in Stationsausbildung. Darunter war beispielsweise Zerlegen und Zusammensetzen von MG 3 und G36, Panzerfaustausbildung, Melden & Beobachten, Feuerüberfall und Hindernisbahn. All das in Vorbereitung auf unsere sechstägige Übung in drei Wochen. Die grüne Ausbildung dauerte zwei Tage, aber es war nicht die letzte!

Ab Mittwoch stand dann Üben für das feierliche Gelöbnis des zweiten AGA-Quartals in diesem Jahr auf dem Programm. Unsere Kompanie stellte wiedermal den Ehrenzug, dafür gab es aber bis auf die AGA keine Kompanieabordnungen. Aufgrund der geringen Zeit haben wir fleißig und intensiv Formaldienst betrieben, was das Zeug hielt. Neu zusammengewürfelt dauerte das seine Zeit. Am Donnerstag war ja schließlich schon der scharfe Durchgang. Leider hat dann aber nicht alles gepasst. So gab es zwei Kameraden im Ehrenzug, die „abgeklappt“ sind. Ein- und Ausmarsch beim öffentlichen Gelöbnis waren in Ordnung. Trotzdem sind einigen schon kleinere Fehler unterlaufen. Heute gabs dann auch nicht frei, das hatte aber nichts mit der Leistung des Ehrenzuges zu tun.

Nächste Woche ist technischer Dienst. Leider wurde der Dienstplan noch nicht ausgehangen, Dienstag ist aber auf jeden Fall noch Bataillonssportfest. Nun muss ich auch erst mal schauen, wie ich dann in die Kaserne komme, da meine beiden Mitfahrgelegenheiten Urlaub haben. Auch der Fahrplan für die nächsten Wochen bis zum DZE (Dienstzeitende) steht. So fahren wir in der übernächsten Woche zwei Tage Schießen, danach ist die Übung und dann beginnt das ganze Ausschleusungsprozedere. Leider kann ich auch meine zwei Tage Resturlaub nicht nehmen, da wir diese für den 27. und 30. Juni benötigen. Das heißt unser letzter Tag wird der 26. (ein Donnerstag) sein. Am 25. ist Auskleidung. Davor die Woche haben wir die Arzttermine (Zahnarzt, Vor- und Hauptuntersuchung).

Ehrenzug beim Feierlichen Gelöbnis und neukrank

Diese verkürzte Woche beim Bund (Montag war Quartalsausgleichstag) war geprägt vom Feierlichen Gelöbnis der AGAnauten des ersten Quartals 2008. Am Dienstag haben wir, der Ehrenzug, natürlich dafür Formaldienst gemacht. Mit Waffe marschieren, das Gewehr präsentieren und so weiter. Aufgrund meiner guten Leistungen wurde ich aus der Reserve rausgenommen und fest in den Ehrenzug integriert. Vielen Dank dafür an einen meiner Kameraden, der das alles geschickt eingefädelt hat, ne ;-)

Am Mittwoch ging es dann ans Eingemachte. Auf dem örtlichen Sportplatz marschierten wir als letzte Abordnung ein, alles lief super. Den Takt vom Heeresmusikkorps hatten wir drin (Preußens Gloria :-) ) und es ist auch keiner aus dem Ehrenzug umgekippt. Aus unserer Kompanieabordnung hat es aber wohl zwei erwischt. Auch beim Präsentieren, Richt euch und so weiter gab es keine Probleme, das hat alles sehr gut geklappt. Als letzter Mann der Formation konnte ich das gut sehen. Nachteil, auch mich konnten alle sehr gut sehen :-) Das Feierliche Gelöbnis dauerte schon ein bisschen, da es das erste öffentliche Gelöbnis des Bataillons am neuen Standort war. Beim Ausmarsch gabs dann ein kleines Problem. Wir waren zwar alle im Gleichschritt, nur passte der nicht ganz zur Marschmusik. Na ja, egal, Hauptsache sieht einheitlich aus, dachten wir uns.

Da ich aber schon beim Gelöbnis erkältungstechnisch angeschlagen war, ich das aber unbedingt durchziehen wollte, habe ich mich am Donnerstag neukrank gemeldet. Schnupfen, Halsschmerzen, Husten, allgemeines Unwohlsein, das komplette Programm einer schönen Erkaltung halt. Somit musste ich auch auf das UZI-Schießen (MP2) verzichten, angesichts meines Zustandes war der Arztbesuch aber das einzig richtige. Bin jetzt bis einschließlich Sonntag Innendienst, was mich auch als Wachersatz befreit.

Beim Kompanieantreten zum Dienstschluss hat der Ehrenzug für heute dienstfrei bekommen. Deshalb war ich auch schon gestern Abend zu Hause. Schöne Sache, so kann ich mich ein wenig auskurieren. In der nächsten Woche bei der Bundeswehr weiß ich gar nicht mal was ansteht. Die geplante Übung fällt wohl zumindest für meinen Zug aus, mal gucken.

MG Fliegerabwehrschießen – Typisch Bundeswehr

Diese Woche stand ganz im Zeichen des Fliegerabwehrschießens. Am Montag verlegten wir (77 Lehrgangsteilnehmer) dafür nach Norddeutschland. In der Kaserne des Truppenübungsplatzes angekommen bezogen wir unsere Stuben. Abends ging es mit einigen Kameraden ins „Mannheim“, andere nutzten die Möglichkeit ins Spaßbad zu fahren.

Am Dienstag begann der komprimierte Grundlagenunterricht zum Thema Fliegerabwehr. Den Großteil habe ich vorher im Reibert schonmal gelesen, also nichts wirklich neues (Gefahren, Visier, Luftraumspäher, usw.). Der Leutnant zeigte aber auch ein paar interessante Videos zur Fla- bzw. Flieger-Abwehr. Am Nachmittag absolvierten wir dann mit dem Maschinengewehr MG3 die erste Vorübung (MG-V-1). Dazu mussten wir mit 30 Schuss auf 25 Meter drei Flugziele bekämpfen (Propellerflugzeuge, Vorbei- und Überflug). Die Übung habe ich im Vergleich zu anderen sehr gut abgeschlossen (als einer der wenigen habe ich wirklich auch alle drei Ziele vollständig bekämpft). Insgesamt haben nur 66% diese Übung überhaupt bestanden. Am Abend hatte der Spieß zum Kulturprogramm ins Kino geladen.

Nicht desto trotz durften am Mittwochvormittag alle auch die V-2 schießen. Bei dieser wurde ein Flugziel auf einem Seil gespannt, welches per Überflug auf uns zu kam. Geschossen haben wir mit Plastikmunition, eine Trefferaufnahme gabs nicht, sodass alle bestanden haben. Am Nachmittag sollte eigentlich die Übung auf den Luftsack geschossen werden, doch das Flugzeug konnte aufgrund des aufgekommenen Nebels nicht starten. Somit wurde eine Parallelausbildung organisiert und wir „durften“ nochmal MG Zerlegen & Zusammensetzen, ABC-Ausbildung, Helfer im Sandienst und Grundlagen Fliegerabwehrvisier MG3 durchgehen.

Am Donnerstag sollten wir nach dem Blockreinigen ab Mittag eigentlich wieder schießen. Aufgrund der geringen Sichtweite aufs Meer (weniger als 2,5 Meilen) konnte aber auch diesmal nur ein Trockendurchgang durchgeführt werden. Somit war es uns leider nicht möglich auf das bewegliche Luftziel zu schießen (ein Luftsack, der 1,2 km hinter einem Flugzeug hinterher gezogen wird). Glücklich waren alle, als wir nach vieler Warterei in der Kälte endlich in unsere Heimatkaserne zurückverlegen konnten. Dort kamen wir dann gegen 21 Uhr an. Unsere Kampftragetaschen haben wir schnell ausgepackt und somit bekamen wir nach der Nachbereitung auch Dienstschluss. Vor 24 Uhr war ich aber trotzdem nicht im Bett. Heute war dann nur noch Stuben- & Revierreinigen angesagt.

Viel aufschlussreicher war da die Woche in Hinsicht auf Organisation und Ablauf bei der Bundeswehr. So wurde uns am Montag von einem Dienstgrad mitgeteilt, dass wir auf einem Lehrgang sind und somit Sachen wie, Essgeschirr, Magazintaschen fürs G36 und Zeltbahn nicht mitnehmen brauchen. Im Norden angekommen, wurden wir nach unserem Essgeschirr gefragt, da wir draußen verpflegt haben. Einige hatten das natürlich nicht bei, ich hatte es sicherheitshalber trotzdem mitgenommen. Da gabs ordentlich Stress und natürlich streitete der Dienstgrad alles ab bzw. gab nur einige Sachen zu. Auch die ganze Warterei war eine reine Farce. An duzende Wiederholungen von Befehlen ist man gewöhnt, aber was sich einige Unteroffiziere rausnehmen, ist wirklich heftig (Beleidigungen, Androhungen). Von der Organisation gar nicht mal zu sprechen. Diese Woche hat gezeigt, warum ich froh bin, wenn mein Grundwehrdienst vorbei ist. Es läuft einfach gar nichts planmäßig…

Zum Schluss noch ein kleiner Ausblick auf die nächste Woche. Montag habe ich Quartalsausgleichstag und somit frei. Dienstag ist Vorüben fürs Gelöbnis der AGA-Rekruten (ich bin ja im Ehrenzug), ehe am Mittwoch das Feierliche Gelöbnis durchgeführt wird. Donnerstag fahren wir MP 2 Schießen und somit ist die Woche auch dann schon um ;-)

Bergfest oder Halbzeit bei der Bundeswehr

Mit dem heutigen Tag habe ich die Hälfte meines Grundwehrdienstes geschafft: 4 1/2 Monate sind seit meinem Dienstantritt im Oktober 2007 vorbei. Bergfest :-) Die gerade zu Ende gegangene Dienstwoche spiegelte dabei mein Leben beim Bund und nach der AGA wieder. Entgegen vieler, die sagen, dass nach der AGA alles „gechillt“ wird, darf ich momentan im Grünen buckeln.

Der Montag begann mit Waffenausbildung an MP2 (UZI) und G36 (Waffendrill). Über fünf Stunden auf dem kalten Boden liegend, kauten wir das Zerlegen & Zusammensetzen wieder einmal durch. Auf Befehl unseres Kommandeurs, der uns auf die Bataillonsübung im Juni vorbereiten möchte.

Am zweiten Tag der Infanterieergänzungsausbildung ging es ins Gelände. Schön mit Schminke auftragen und Helm tarnen sind wir in Schützenreihe durch den Wald. Unsere MGs wurden natürlich in der Gruppe mitgeschleppt. Danach wurde der Platz der Gruppe bezogen und Stellungen/Alarmposten ausgebaut. Zu allem gabs natürlich wieder eine tolle Lage und einen Auftrag. Die Verteidigung des eigenen Raums stand einmal mehr im Mittelpunkt. Immer wieder haben wir einen Alarm durchgespielt, sind in die Stellungen hineingeglitten und haben den Feuerkampf geführt. Egal ob Feuerüberfall, selbständig geführter Feuerkampf oder Sturmabwehrschießen, immer wieder hieß es Mun auf den „Feind“ zu verschießen. In der Kaserne zurück ging es ans Waffenreinigen.

Mittwoch war dann wieder Waffenausbildung. Im Gegensatz zu Montag hatten wir diesmal das MG mit dabei. Vor dem Dienstschluss ging es wieder ans Reinigen.

Das Highlight der Woche kam dann am Donnerstag. Es stand der 30km AMILA-Leistungsmarsch auf dem Plan. Um den Marsch zu bestehen, muss man die Strecke unter 5 Stunden zurücklegen. Dabei hat man 10kg Gepäck auf dem Rücken, bei mir waren es ungefähr 12,5 (10 wären ja zu einfach ;-) ). Für mich und viele andere Gefreite war es der erste 30er. Somit war mir auch nicht ganz klar, wie man den angehen muss. Auf Unterhose und Feldjacke wurde im Vornherein verzichtet, aus gutem Grund. Dazu hatte ich zwei Paar Socken an. So gabs im Nachhinein keine größereren Blessuren und zu warm/kalt war mir auch nicht. Auf den ersten Kilometern habe ich es relativ locker angehen lassen. Ab Kilometer 6 dachten wir uns dann aber, dass wir ruhig schneller laufen könnten. Unterwegs gab es immer wieder Verpflegungspunkte (insgesamt vier Stück), wo es Tee, Gemüse, Obst und einen Riegel gab. Ab Kilometer 10 lief es sich fast wie von selbst. Zwischendurch bin ich kleinere Strecken auch locker gejoggt. Das tut gut, da es die Schulter entlastet (mein Hauptproblem). Im Endeffekt war ich in 4 Stunden und 14 Minuten im Ziel. Dabei bin ich von den letzten vier Kilometern bestimmt 3 gejoggt. Für den nächsten 30er weiß ich, dass ich es zu Beginn ruhig schneller angehen kann. Somit dürfte eine Zeit von unter 4 Stunden drin sein. Die schnellsten beim 30km AMILA waren bei uns nach 3:50h zurück. Wichtig ist der 30km AMILA Marsch fürs Leistungsabzeichen, das ich gerne erwerben möchte.

Der Nachmittag bestand dann mal wieder aus Waffenreinigen und MGs schleppen. Enttäuscht waren alle, dass es abends vom Chef kein dienstfrei für Freitag gab. In den letzten Quartalen war das immer der Fall :-( Des Weiteren wurde ich gestern dazu ausgewählt, am Ehrenzug für das Gelöbnis am 27. Februar teilzunehmen. Normalerweise machen die schon seit zwei Wochen Formaldienst, da aber so viele ausgefallen sind, bilde ich mit einigen anderen Kameraden die Reserve. Na ja, eigentlich hatte ich mich nicht ohne Grund nicht gemeldet ;-)

Für die nächste Woche steht das Flugabwehrschießen mit dem MG auf dem Programm. Dabei werden aber drei Kameraden von meiner Stube fehlen, die jetzt für sechs Wochen auf Fahrschule sind.

Feierliches Gelöbnis, nun bin ich offiziell Soldat

Unser Hauptmann meinte vor zwei Wochen, dass das Gelöbnis für uns Rekruten der Höhepunkt in unserem „militärischen Leben“ werden wird. Ich denke er hatte Recht. Schon der Elterntag vor dem eigentlichen Gelöbnis war mal was außergewöhnliches neben dem normalen Dienst. Wenn die eigenen Verwandten einen beim Antreten und Ausrichten zuschauen, macht einen das schon stolz. Ein komisches Gefühl war es aber trotzdem ;-)

Die Woche begann mit Formaldienst, hatte viel Sport (Lauftraining) und Orgazeit im Dienstplan zu stehen. Beim Formaldienst marschierten wir natürlich viel im Gleischritt, probten das Stillstehen und Rührt euch, sowie die Wendungen. Besonderes Augenmerk lag auch auf dem Kurztreten und dem Händeschwingen. Im Prinzip das komplette Programm.

Am Mittwoch war vormittags Gelöbnisgottesdienst, danach die Generalprobe auf dem grünen Antreteplatz. Unsere Kampftragetaschen für das Schießbiwak nächste Woche haben wir auch schon gepackt und verladen. Übernächste Woche ist dann Rekrutenbesichtigung. Bei Bestehen der Schießübungen und der Rekrutenbesichtigung habe ich meine Grundausbildung abgeschlossen. Übrigens weiß ich jetzt auch, wo ich nach der AGA hinkomme. Ich werde an meinem Standort bleiben, die Kompanie aber wechseln. Von einigen habe ich gehört, dass es sich dort aber ganz gut leben lässt. :-)

Nun zum Gelöbnis. War schon wirklich ein geiles Gefühl bei Marschmusik und Trommeln einzumarschieren und vor den ganzen Leuten die Nationalhymne und Gelöbnis zu sprechen. Die Reden vom Bataillonskommandeur, unserer Vertrauensperson und dem stellvertretenden Bürgermeister unseres Standorts waren wirklich gut. Insgesamt ein ganz gelunger Nachmittag in wirklich schöner Uniform (großer Dienstanzug). Umgehauen hat es wohl während der guten Stunde stehen zwei von 84 Rekruten. Kurz nach dem Ausmarsch bekamen wir Dienstschluss und damit heute frei. Den Tag habe ich für einen ausgiebigen Shoppingausflug nach Berlin genutzt und Internet habe ich jetzt seit 20 Uhr nach einem Tag Pause auch wieder (mal schauen wie lange ;-) ).