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Gruppengefechtsschießen Üben für die Übung

Die Woche stand ganz im Zeichen des ersten Scharfübens für unsere große Bataillonsübung ab diesem Sonntag bis nächsten Freitag. Darüber hinaus gab es Vorbereitungen zu treffen, damit alles auch einwandfrei abläuft. Na gut, ich sag mal lieber, dass das nicht im üblichen „Bundeswehr-Chaos“ endet ;-)

Montag haben wir noch eine Infanterieergänzungsausbildung genossen, ehe es ab dem Mittag ans Packen und nach dem Abendbrot in Richtung Truppenübungsplatz ging. Dort haben wir bis Mittwoch in einer Kaserne genächtigt. Dienstag gings dann in den benachbarten Übungsplatz auf die Schießbahn. In unseren acht Mann starken Gruppen haben wir dann das Erlernte der Vorwochen im scharfen Schuss angewandt. Also das Einfließen in die Stellung, den Feuerüberfall, den geleiteten bzw. selbständig geführten Feuerkampf und das Sturmabwehrschießen. Dabei wurde in den Durchgängen eine Menge experimentiert. So gab es unterschiedliche Phasen und Lageänderungen, auf die reagiert werden musste.

Mir hat das Gruppengefechtsschießen mehr Spaß gemacht, als ein normales Schul- oder Wertungsschießen. Das ist halt zwar immer noch Kriegstechnik aus dem ersten und zweiten Weltkrieg, aber wenigstens konnten wir jetzt mal mehrere Ziele selbständig bekämpfen. Vor allem das Sturmabwehrschießen war mal was neues. Nächste Woche aber gibts einige Veränderungen. So kommen MG und Panzerfaust als schwere Waffen mit zum Gruppengefechtsschießen hinzu, aufgrund der Waldbrandstufe 4 durften wir die nämlich nicht schießen.

Mitwochabend haben wir dann wieder in Richtung Heimat verlegt. Donnerstag stand dann „Nachbereitung“ an, wir haben zwei Stunden Waffen gereinigt und einige sind mit Fahrzeugen raus gefahren um Sandsäcke für nächste Woche zu befüllen. Heute war dann großes Stuben- und Revierreinigen, wir sind schließlich eine komplette Woche ja nicht da. Weiterhin haben wir die Gepäcke für die Übungstage verpackt und verladen. Mein Rest kommt dann Sonntag mit in den KOM.

Nun aber der Fahrplan (bei der Bundeswehr gedachter Verlauf genannt) für die nächste Woche. Sonntag gehts, wie gesagt, schon los. Somit gibts nur ein verkürztes Wochenende. Nach der Vollzähligkeit ist Waffenempfang und dann verlegen wir mit dem KOM in Richtung Truppenübungsplatz. Dort werden wir gegen Mittag ankommen und haben dann nach dem Beziehen der Stuben Verfügungszeit. Während der Tage können wir glücklicherweise auch im Kino Fußball schauen. Somit muss ich nicht auf die Deutschland-Spiele der EM verzichten. Am Montag gehts rauf auf die Schießbahn. Den Auftakt macht das Handgranatenwerfen am Montag. Parallel läuft dazu das G-36-Schul- und Wertungsschießen (S-1, S-5 und S-9 als WÜ). Am Dienstag folgt die Panzerfaust 3 (S-1 und S-4 als WÜ) und das MG 3 Schießen (S-1 und S-4 als WÜ). Am Mittwoch und Donnerstag steht dann das Gruppengefechtsschießen mit Extras, wie eingespielte Gefechtsgeräusche, Mörser- und Granateneinschläge, ec. an. Dazu kommen MG und Panzerfaust zum Einsatz. Hört sich ganz lustig an. Am Mittwochabend (bzw. Mittwochnacht) findet das ganze als Nachtschießen nochmal statt. Am Freitag gehts dann für die meisten nach Hause, Dienstschluss ist aber erst später nach dem Bataillonsantreten gegen 15/16 Uhr.

Waffenparcour, Panzerfaust 3, Reinigen und Sport

Aus diesen ^^ vier Bestandteilen setzte sich meine Woche bei der Bundeswehr zusammen. Für alle MKF war eine Weiterbildung geplant, bzw. Einweisungs- und Überprüfungsfahrten, auch wir sollten – laut Dienstplan – daran im Rahmen von Unterrichten teilnehmen. Daraus wurde aber nichts. So verbrachten wir den kompletten Montag auf Stube, mal eine angenehme Abwechslung bei der zuletzt so spannenden (Achtung: Ironie) Ausbildung.

Am Dienstagnachmittag kam dann erstmals ein wenig „Action“ auf. Mein Zug machte sich fertig zum Sternenlauf. Da läuft man in der Gruppe von einem Ausgangspunkt zu verschiedenen Orten in der Kaserne und beantwortet an den Stationen unterschiedliche Fragen. Am Ende wurden die Antworten eingesammelt und ausgewertet. Das war dann mal eine andere Art der Sportausbildung bei der Bundeswehr. Die Grundidee war an sich gut, nur die Durchführung hätte man besser gestalten können. Das Wetter spielte die Tage natürlich auch nicht mit.

Am Mittwoch durften wir dann an den Waffenparcour ran. War halt alles ein wenig drillmäßig. Los ging es ab dem Start im Sprint zur ersten Matte, G36 Zerlegen & Zusammensetzen. Als nächstes ging es in Pirschhaltung weiter, unbekannte Person nähert sich (Stellung und Anrufverfahren). Danach kam ABC-Warnung. Weiter ging es abwechselnd über ein Hindernis und drunter durch. Es folgte MG 3 Zerlegen und Zusammensetzen mit anschließendem ABC-Alarm. Mit Maske ging es kriechend bergauf unter ein Tarnnetz lang. Als nächstes kam wieder G36 Zerlegen. Danach durften wir die Maske abnahmen (ABC-Entwarnung). Dann zur nächsten Matte MG Rohrwechsel plus Ladetätigkeiten und G 36 Magazinwechsel. Als letztes wieder im Sprint 50m weiter. Dort mussten wir 10 Fragen beantworten. Je nachdem wie viele falsche Antworten kamen, musste man mehr Sandsäcke zurück ziehen. Ich durfte zwei schleppen. Anschließend ging es im „Marsch, Marsch“ (übersetzt: Laufschritt ;-) ) zum Ausgangspunkt zurück. Das ganze Prozedere habe ich in 18 Minuten geschafft und war damit glaube Drittschnellster. Das fand ich gut :-)

Am Donnerstag durften wir dann Panzerfaust 3 Ausbildung genießen. Auf Vorschlag eines StUffz wurde noch mal nachgesteuert, nachdem wir das ganze ja schon letzte Woche hatten. Wer die Panzerfaust 3 kennt weiß, dass da nicht viel zum Ausbilden ist. Ein Tag dürfte reichen. Na ja. Wieder im Regen gelegen und die Sachen durchgespielt (Anschlag, Entfernung u. Geschwindigkeit der Panzer schätzen). Danach hieß es intensives Waffenreinigen. Erfreulich, dass ich dann die Möglichkeit hatte, nach Hause zu fahren. Meine Bernauer Kameraden sind nämlich heim, da sie von heute bis nächsten Freitag auf ne Übung gefahren sind. Da mussten die noch Sachen von zu Hause holen und ich konnte mal unter der Woche zum Training :-)

Heute war dann mehr unspektakuläres Programm. Wir hatten zunächst Sport und danach Stuben & Revierreinigen bis Dienstschluss (11.30 Uhr). Fazit der Woche: Weitere fünf Tage Dienst sind rum. So langsam aber sicher haben die meisten von der Bundeswehr genug. Es ist einfach das drumherum, was einen fertig macht. Da wird der Dienstplan mehrmals geändert, Ausbildungen wiederholt, die jeder schon drauf hat („die Zeit muss ja rum und die armen OGs dürfen sich ja nicht auf Stube langweilen“) usw. Von der sogenannten „Organisation“ mag man gar nicht mehr sprechen. Mehr Abwechslung in der Ausbildung würde gut tun. Ich versteh ja, dass wir uns auf Gefechtsübungen vorbereiten müssen, aber trotzdem kann man da einiges wegfallen lassen, was sowieso schon bekannt ist (Ablösegespräch Alarmposten, G36 Zerlegen & Zusammensetzen). Zudem brauchen wir große Teile gar nicht. Den eigentlichen Auftrag unseres Bataillons haben wir schon lange nicht mehr erprobt (seit der DPA im Januar!). Aber so ist halt die Bundeswehr. Dazu passt auch, dass der Plan für die nächste Woche heute wiedermal nicht aushing und selbst der Quartalsplan nicht für uns verfügbar ist.