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Litzen hoch und Litzen runter, das macht den Vorgesetzten munter

In den letzten fünf Tagen stand das unumstrittene Highlight des Jahres und meines Grundwehrdienstes an. Die große Übung stand ganz im Mittelpunkt dieses Quartals. Dafür mussten wir schon Sonntagmorgen in der Kaserne sein, unser Gepäck wurden schon Freitag verladen. Sonntags ging nur unsere Waffe und das Handgepäck mit in den Bus. Mittags sind wir dann in der Kaserne am Truppenübungsplatz eingetroffen und haben unsere Stuben bezogen. Nach dem Feldgottesdienst hatten wir Zeit zur freien Verfügung und gingen abends zum Fußballschauen über. Natürlich haben wir auch das Deutschland-Spiel gegen Polen im Kino geschaut. Die Stimmung war genial! :-)

Am Montag gings dann raus auf die Schießbahn, zunächst aber zum Handgranatenwurfplatz. Nach einem Durchgang mit der Üb-Granate, um den ganzen Ablauf durchzugehen, folgten zwei scharfe. Das war wirklich beeindruckend, vor allem das Gefühl, wenn man den Splint gezogen hatte und kurz vor dem Wurf war und nur noch der Bügel die Granate sichert. Das Ding hat wirklich nen echt guten Bumms. Nachmittags sind wir rüber zum G-36-Schießen. Dort haben wir zunächst eine abgewandelte Version der S-1 geschossen, anschließend die S-5. Aufgrund der geringen Zeit, wir konnten nur auf einer Bahn schießen, durften nur die besten die S-9 als Wertungsübung für die Schützenschnur schießen. Ich war leider mit 13 von 15 möglichen Treffern „zu schlecht“. Danach gings wieder heim, es wurde Fußball geschaut und der Tag ruhig beendet. Der Ablauf nach dem Verlegen in die Kaserne war übrigens immer gleich.

Dienstags standen eigentlich Panzerfaust- und MG-Schießen auf dem Plan. Aufgrund der hohen Waldbrandstufe durften wir auf der für uns zugewiesenen Bahn keine Panzerfaust schießen. Dafür aber haben wir schon eine Einweisung fürs große Gruppengefechtsschießen bekommen. Beim MG-Schießen habe ich zwei Mal die S-3 als WÜ geschossen (silber) und die S-4 einmal (bronze). Die Ergebnisse haben mir aber nichts gebracht, sodass ich nächste Woche die bronzene Schützenschnur beantragen werde.

Am Mittwoch gings dann zum Gruppengefechtsschießen. Nach dem Üben in der Vorwoche ging es diesmal mit einem neuen Gruppenführer an den großen Auftritt. Es lief alles sehr schick. Wir hatten ein gutes Trefferergebnis und einen top Feuerüberfall. Auch die Einzeltätigkeiten der Schützen und alle anderen Punkte, wie Einfließen oder das Sturmabwehrschießen, haben gepasst. Man muss aber sagen, dass wir über die Phasen Bescheid wussten. Ich war im Alarmposten und zugleich Melder, der die Gruppe alarmierte. Meine Stellung war in einem Haus. Nachteilig war halt, dass ich durch das Fenster einen eingeschränkten Wirkungsbereich hatte und mir meine Ziele mit dem MG-Schützen „teilen musste“.

Donnerstags war dann ebenfalls Gruppengefechtsschießen, diesmal aber in einer gesteigerten Form mit Gefechtslärm, feindlichem MG-Beschuss und Granat-Einschlägen. So mussten wir öfter in Deckung gehen und auf diese Lageeinspielungen reagieren. Ansonsten blieb alles gleich. Wir hatten ein paar mehr Ziele, sodass ich mehr schießen konnte. Jeden Tag hatten wir zwei Durchgänge, insgesamt habe ich etwa 120 Schuss verschossen. Das war wirklich interessant und eine Erfahrung. Nach dem letzten Durchgang hat uns der Oberleutnant nochmal gelobt. Am Donnerstag stand ja auch wieder das Deutschland-Spiel an. Nach dem Waffenreinigen gings wieder ins Kino, der Ausgang des Spiels gegen Kroatien ist bekannt. Danach haben wir noch Taschen gepackt und den Block gereinigt.

Ich durfte dann gegen 22 Uhr raus (mein Vater holte mich ab), da ich heute noch nach Potsdam ans HPI zum Hochschulinformationstag gefahren bin. Nach einer Autopanne kurz vor dem Ziel kamen wir erst gegen halb 3 zu Hause an. Trotzdem bin ich dann heute nach Griebnitzsee aufgebrochen und habe mich intensiv informiert. Nach einem Vortrag von Professor Felix Naumann nahm ich noch an einer Führung durchs HPI teil. Dort wurden einige Bachelorprojekte vorgestellt und ich konnte an die Studenten auch einige Fragen loswerden und mir weiter ein Bild vom Institut machen. Es ist einfach genial :-)

In der nächsten Woche gehts los mit der Ausschleusung. Zunächst haben wir Vollzähligkeit der Ausrüstung, dann werden schon Ausrüstungsgegenstände der Kompanie abgegeben. Am Mittwoch und Donnerstag stehen Arzttermine an. Nebenbei werden wir bestimmt mit Waffenreinigen und Ausrüstungreinigen zu tun haben, Übungsnachbereitung halt. Zudem soll Donnerstag wohl noch ein 30km-Marsch sein.

Zum Schluss noch eine kurze Erklärung der Überschrift. Ein Brauch von EKs (Entlassungskandidaten) der Bundeswehr ist es, die Litzen auf der Schulter auf Halbmast zu ziehen, also auf die Mitte der Rangschlaufen. Nur wurde das gar nicht gern gesehen von den ganzen Vorgesetzten, die mir die Litzen schon runter reißen wollten. Nun ja, da habe ich einfach die Dinger kurz runtergezogen und später sind sie wieder „hochgerutscht“. Das passiert nunmal ;-)

Gruppengefechtsschießen Üben für die Übung

Die Woche stand ganz im Zeichen des ersten Scharfübens für unsere große Bataillonsübung ab diesem Sonntag bis nächsten Freitag. Darüber hinaus gab es Vorbereitungen zu treffen, damit alles auch einwandfrei abläuft. Na gut, ich sag mal lieber, dass das nicht im üblichen „Bundeswehr-Chaos“ endet ;-)

Montag haben wir noch eine Infanterieergänzungsausbildung genossen, ehe es ab dem Mittag ans Packen und nach dem Abendbrot in Richtung Truppenübungsplatz ging. Dort haben wir bis Mittwoch in einer Kaserne genächtigt. Dienstag gings dann in den benachbarten Übungsplatz auf die Schießbahn. In unseren acht Mann starken Gruppen haben wir dann das Erlernte der Vorwochen im scharfen Schuss angewandt. Also das Einfließen in die Stellung, den Feuerüberfall, den geleiteten bzw. selbständig geführten Feuerkampf und das Sturmabwehrschießen. Dabei wurde in den Durchgängen eine Menge experimentiert. So gab es unterschiedliche Phasen und Lageänderungen, auf die reagiert werden musste.

Mir hat das Gruppengefechtsschießen mehr Spaß gemacht, als ein normales Schul- oder Wertungsschießen. Das ist halt zwar immer noch Kriegstechnik aus dem ersten und zweiten Weltkrieg, aber wenigstens konnten wir jetzt mal mehrere Ziele selbständig bekämpfen. Vor allem das Sturmabwehrschießen war mal was neues. Nächste Woche aber gibts einige Veränderungen. So kommen MG und Panzerfaust als schwere Waffen mit zum Gruppengefechtsschießen hinzu, aufgrund der Waldbrandstufe 4 durften wir die nämlich nicht schießen.

Mitwochabend haben wir dann wieder in Richtung Heimat verlegt. Donnerstag stand dann „Nachbereitung“ an, wir haben zwei Stunden Waffen gereinigt und einige sind mit Fahrzeugen raus gefahren um Sandsäcke für nächste Woche zu befüllen. Heute war dann großes Stuben- und Revierreinigen, wir sind schließlich eine komplette Woche ja nicht da. Weiterhin haben wir die Gepäcke für die Übungstage verpackt und verladen. Mein Rest kommt dann Sonntag mit in den KOM.

Nun aber der Fahrplan (bei der Bundeswehr gedachter Verlauf genannt) für die nächste Woche. Sonntag gehts, wie gesagt, schon los. Somit gibts nur ein verkürztes Wochenende. Nach der Vollzähligkeit ist Waffenempfang und dann verlegen wir mit dem KOM in Richtung Truppenübungsplatz. Dort werden wir gegen Mittag ankommen und haben dann nach dem Beziehen der Stuben Verfügungszeit. Während der Tage können wir glücklicherweise auch im Kino Fußball schauen. Somit muss ich nicht auf die Deutschland-Spiele der EM verzichten. Am Montag gehts rauf auf die Schießbahn. Den Auftakt macht das Handgranatenwerfen am Montag. Parallel läuft dazu das G-36-Schul- und Wertungsschießen (S-1, S-5 und S-9 als WÜ). Am Dienstag folgt die Panzerfaust 3 (S-1 und S-4 als WÜ) und das MG 3 Schießen (S-1 und S-4 als WÜ). Am Mittwoch und Donnerstag steht dann das Gruppengefechtsschießen mit Extras, wie eingespielte Gefechtsgeräusche, Mörser- und Granateneinschläge, ec. an. Dazu kommen MG und Panzerfaust zum Einsatz. Hört sich ganz lustig an. Am Mittwochabend (bzw. Mittwochnacht) findet das ganze als Nachtschießen nochmal statt. Am Freitag gehts dann für die meisten nach Hause, Dienstschluss ist aber erst später nach dem Bataillonsantreten gegen 15/16 Uhr.

Noch eine Woche Dienstpostenausbildung

Die dritte Woche DPA ist vorbei und wir haben wieder fleißig gewerkelt. Die Tage waren wir viel draußen, haben eine Menge gelernt und Ausbildungsstoff der Vorwochen gefestigt, teilweise unter erschwerten Bedingungen (Gerödel, Waffe). In der nächsten Woche werden wir eine Abschlussübung auf dem Kasernengelände haben, die wohl von Montag bis Donnerstag geht.

Diese unterteilt sich in einen theoretischen und einen praktischen Teil. Letzterer wird die vier Tage aber besonders prägen. Ob ich am Dienstag/Mittwoch in der Kaserne bin und an der DPA-Prüfung teilnehmen kann, zeigt sich am Montag. Vielleicht schaffe ich es ins Bataillonsfußballteam, wenn ja, fahren wir Dienstag Mittag zu einem Hallenturnier und kommen erst Mittwoch Abend zurück. Ob ich unter den sieben Glücklichen bin, stellt sich Montagabend beim letzten Training heraus. In der nächsten Woche habe ich freitags wohl auch früher Schluss, weil ich heute im DPA-Wochenabschlusstest eine 1 geschrieben habe :-)