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Waffenparcour, Panzerfaust 3, Reinigen und Sport

Aus diesen ^^ vier Bestandteilen setzte sich meine Woche bei der Bundeswehr zusammen. Für alle MKF war eine Weiterbildung geplant, bzw. Einweisungs- und Überprüfungsfahrten, auch wir sollten – laut Dienstplan – daran im Rahmen von Unterrichten teilnehmen. Daraus wurde aber nichts. So verbrachten wir den kompletten Montag auf Stube, mal eine angenehme Abwechslung bei der zuletzt so spannenden (Achtung: Ironie) Ausbildung.

Am Dienstagnachmittag kam dann erstmals ein wenig „Action“ auf. Mein Zug machte sich fertig zum Sternenlauf. Da läuft man in der Gruppe von einem Ausgangspunkt zu verschiedenen Orten in der Kaserne und beantwortet an den Stationen unterschiedliche Fragen. Am Ende wurden die Antworten eingesammelt und ausgewertet. Das war dann mal eine andere Art der Sportausbildung bei der Bundeswehr. Die Grundidee war an sich gut, nur die Durchführung hätte man besser gestalten können. Das Wetter spielte die Tage natürlich auch nicht mit.

Am Mittwoch durften wir dann an den Waffenparcour ran. War halt alles ein wenig drillmäßig. Los ging es ab dem Start im Sprint zur ersten Matte, G36 Zerlegen & Zusammensetzen. Als nächstes ging es in Pirschhaltung weiter, unbekannte Person nähert sich (Stellung und Anrufverfahren). Danach kam ABC-Warnung. Weiter ging es abwechselnd über ein Hindernis und drunter durch. Es folgte MG 3 Zerlegen und Zusammensetzen mit anschließendem ABC-Alarm. Mit Maske ging es kriechend bergauf unter ein Tarnnetz lang. Als nächstes kam wieder G36 Zerlegen. Danach durften wir die Maske abnahmen (ABC-Entwarnung). Dann zur nächsten Matte MG Rohrwechsel plus Ladetätigkeiten und G 36 Magazinwechsel. Als letztes wieder im Sprint 50m weiter. Dort mussten wir 10 Fragen beantworten. Je nachdem wie viele falsche Antworten kamen, musste man mehr Sandsäcke zurück ziehen. Ich durfte zwei schleppen. Anschließend ging es im „Marsch, Marsch“ (übersetzt: Laufschritt ;-) ) zum Ausgangspunkt zurück. Das ganze Prozedere habe ich in 18 Minuten geschafft und war damit glaube Drittschnellster. Das fand ich gut :-)

Am Donnerstag durften wir dann Panzerfaust 3 Ausbildung genießen. Auf Vorschlag eines StUffz wurde noch mal nachgesteuert, nachdem wir das ganze ja schon letzte Woche hatten. Wer die Panzerfaust 3 kennt weiß, dass da nicht viel zum Ausbilden ist. Ein Tag dürfte reichen. Na ja. Wieder im Regen gelegen und die Sachen durchgespielt (Anschlag, Entfernung u. Geschwindigkeit der Panzer schätzen). Danach hieß es intensives Waffenreinigen. Erfreulich, dass ich dann die Möglichkeit hatte, nach Hause zu fahren. Meine Bernauer Kameraden sind nämlich heim, da sie von heute bis nächsten Freitag auf ne Übung gefahren sind. Da mussten die noch Sachen von zu Hause holen und ich konnte mal unter der Woche zum Training :-)

Heute war dann mehr unspektakuläres Programm. Wir hatten zunächst Sport und danach Stuben & Revierreinigen bis Dienstschluss (11.30 Uhr). Fazit der Woche: Weitere fünf Tage Dienst sind rum. So langsam aber sicher haben die meisten von der Bundeswehr genug. Es ist einfach das drumherum, was einen fertig macht. Da wird der Dienstplan mehrmals geändert, Ausbildungen wiederholt, die jeder schon drauf hat („die Zeit muss ja rum und die armen OGs dürfen sich ja nicht auf Stube langweilen“) usw. Von der sogenannten „Organisation“ mag man gar nicht mehr sprechen. Mehr Abwechslung in der Ausbildung würde gut tun. Ich versteh ja, dass wir uns auf Gefechtsübungen vorbereiten müssen, aber trotzdem kann man da einiges wegfallen lassen, was sowieso schon bekannt ist (Ablösegespräch Alarmposten, G36 Zerlegen & Zusammensetzen). Zudem brauchen wir große Teile gar nicht. Den eigentlichen Auftrag unseres Bataillons haben wir schon lange nicht mehr erprobt (seit der DPA im Januar!). Aber so ist halt die Bundeswehr. Dazu passt auch, dass der Plan für die nächste Woche heute wiedermal nicht aushing und selbst der Quartalsplan nicht für uns verfügbar ist.

Infanterieergänzungsausbildung Teil 2

Diese Woche stand wieder grüne Ausbildung an. Am Montag gabs noch Grundlagenunterricht (Alarmposten, Karte/Kompass, Melden/Beobachten) und ein bisschen Sport. Am nächsten Tag gings dann richtig los. Da hatten wir zunächst MG3 und G36 Wiederholungsausbildung mit Zerlegen & Zusammensetzen, Ladetätigkeiten und Magazinwechsel. Das waren insgesamt vier Stationen. Fazit des Tages: Nur das mit Magazinwechsel und den Ladetätigkeiten war gut, da teilweise vergessen. Aber Zerlegen und Zusammensetzen war einfach wieder nur Blödsinn. Mitlerweile können wir das nun doch in- und auswendig. :-( Na ja.

Mittwoch hatten wir dann Panzerfaust 3 Erstausbildung und parallel auch San-Ausbildung (Auffrischung). Der Tag war in Ordnung. Wäre das Wetter nicht so bescheiden gewesen, hätte auch alles gepasst. Nachmittags war dann wieder Waffenreinigen angesagt. Anschließend ging es an die Ausrüstung, die durch das Gleiten total verdreckt war.

Das Highlight der Woche war der Geländetag am Donnerstag. Dafür verlegten wir mit Com gegen 8.30 Uhr auf den Standortübungsplatz. Zunächst haben wir uns natürlich schön getarnt (Helm, Gesicht) und dann gings zu den Stellungen. Diese haben wir ausgebaut und verbessert. Zunächst haben wir das Ablösegespräch im Alarmposten wiederholt (nach Langemark, Langemap oder Langemapp). Dann übten wir den Feuerüberfall, indem die Gruppe gleichzeitig schießen sollte und somit im Idealfall nur ein Schuss zu hören ist (was dem Gegner die Gruppenstärke schlechter schätzen lässt). Nach dem Mittag haben wir dann weiter geschanzt und uns mal das Einfließen in die Stellungen von vorn bei den anderen Gruppen angeschaut. Das wurde dann auch zusammen mit dem Zugführer ausgewertet. Als letztes haben wir die Fortbewegung im Gelände trainiert. Die anderen Gruppen sollten uns von ihren Stellungen aus aufklären. Das war ganz schön anstrengend, sich kriechend oder gleitend über eine große Distanz fortzubewegen. Gegen 20 Uhr ging es zurück in die Kaserne. Dort hieß es dann Waffenreinigen und Ausrüstung nachbereiten. Dienstschluss gabs gegen 22 Uhr, wir hatten aber bis 0 Uhr zu tun und waren erst kurz danach im Bett. Ein sehr anstrengender Tag bei schlechtem Wetter. Anstrengender als AGA? hmm vielleicht…

Gestern ging es dann in die Wache. Das war jetzt meine vierte, mal schauen vielleicht auch meine letzte bzw. goldene (Hoffnung an) ;-) Ich hatte, wenns gut kam, vier Stunden Schlaf insgesamt, da wir Streife, Posten und Telefonposten machen mussten. Flaggenparade durfte ich auch einmal durchführen. Alles in allem war es aber wieder eine ruhige Wache.

Jetzt werden erstmal meine Bundeswehr-Klamotten gereinigt. Nächste Woche gehts schließlich grün weiter. Neben der MKF-Weiterbildung für unsere Fahrer habe ich Montag erst mal Unterricht. Weiterhin haben wir zwei komplette Tage Waffenausbildung (P1, MG3, G36). Tolles Ding, hatten wir ja schon so lange nicht… Ansonsten gibts natürlich Sport und Waffenreinigen. Zum Glück ist meine Zeit bald um, das ist zum großen Teil nur noch Beschäftigungstherapie!

Bergfest oder Halbzeit bei der Bundeswehr

Mit dem heutigen Tag habe ich die Hälfte meines Grundwehrdienstes geschafft: 4 1/2 Monate sind seit meinem Dienstantritt im Oktober 2007 vorbei. Bergfest :-) Die gerade zu Ende gegangene Dienstwoche spiegelte dabei mein Leben beim Bund und nach der AGA wieder. Entgegen vieler, die sagen, dass nach der AGA alles „gechillt“ wird, darf ich momentan im Grünen buckeln.

Der Montag begann mit Waffenausbildung an MP2 (UZI) und G36 (Waffendrill). Über fünf Stunden auf dem kalten Boden liegend, kauten wir das Zerlegen & Zusammensetzen wieder einmal durch. Auf Befehl unseres Kommandeurs, der uns auf die Bataillonsübung im Juni vorbereiten möchte.

Am zweiten Tag der Infanterieergänzungsausbildung ging es ins Gelände. Schön mit Schminke auftragen und Helm tarnen sind wir in Schützenreihe durch den Wald. Unsere MGs wurden natürlich in der Gruppe mitgeschleppt. Danach wurde der Platz der Gruppe bezogen und Stellungen/Alarmposten ausgebaut. Zu allem gabs natürlich wieder eine tolle Lage und einen Auftrag. Die Verteidigung des eigenen Raums stand einmal mehr im Mittelpunkt. Immer wieder haben wir einen Alarm durchgespielt, sind in die Stellungen hineingeglitten und haben den Feuerkampf geführt. Egal ob Feuerüberfall, selbständig geführter Feuerkampf oder Sturmabwehrschießen, immer wieder hieß es Mun auf den „Feind“ zu verschießen. In der Kaserne zurück ging es ans Waffenreinigen.

Mittwoch war dann wieder Waffenausbildung. Im Gegensatz zu Montag hatten wir diesmal das MG mit dabei. Vor dem Dienstschluss ging es wieder ans Reinigen.

Das Highlight der Woche kam dann am Donnerstag. Es stand der 30km AMILA-Leistungsmarsch auf dem Plan. Um den Marsch zu bestehen, muss man die Strecke unter 5 Stunden zurücklegen. Dabei hat man 10kg Gepäck auf dem Rücken, bei mir waren es ungefähr 12,5 (10 wären ja zu einfach ;-) ). Für mich und viele andere Gefreite war es der erste 30er. Somit war mir auch nicht ganz klar, wie man den angehen muss. Auf Unterhose und Feldjacke wurde im Vornherein verzichtet, aus gutem Grund. Dazu hatte ich zwei Paar Socken an. So gabs im Nachhinein keine größereren Blessuren und zu warm/kalt war mir auch nicht. Auf den ersten Kilometern habe ich es relativ locker angehen lassen. Ab Kilometer 6 dachten wir uns dann aber, dass wir ruhig schneller laufen könnten. Unterwegs gab es immer wieder Verpflegungspunkte (insgesamt vier Stück), wo es Tee, Gemüse, Obst und einen Riegel gab. Ab Kilometer 10 lief es sich fast wie von selbst. Zwischendurch bin ich kleinere Strecken auch locker gejoggt. Das tut gut, da es die Schulter entlastet (mein Hauptproblem). Im Endeffekt war ich in 4 Stunden und 14 Minuten im Ziel. Dabei bin ich von den letzten vier Kilometern bestimmt 3 gejoggt. Für den nächsten 30er weiß ich, dass ich es zu Beginn ruhig schneller angehen kann. Somit dürfte eine Zeit von unter 4 Stunden drin sein. Die schnellsten beim 30km AMILA waren bei uns nach 3:50h zurück. Wichtig ist der 30km AMILA Marsch fürs Leistungsabzeichen, das ich gerne erwerben möchte.

Der Nachmittag bestand dann mal wieder aus Waffenreinigen und MGs schleppen. Enttäuscht waren alle, dass es abends vom Chef kein dienstfrei für Freitag gab. In den letzten Quartalen war das immer der Fall :-( Des Weiteren wurde ich gestern dazu ausgewählt, am Ehrenzug für das Gelöbnis am 27. Februar teilzunehmen. Normalerweise machen die schon seit zwei Wochen Formaldienst, da aber so viele ausgefallen sind, bilde ich mit einigen anderen Kameraden die Reserve. Na ja, eigentlich hatte ich mich nicht ohne Grund nicht gemeldet ;-)

Für die nächste Woche steht das Flugabwehrschießen mit dem MG auf dem Programm. Dabei werden aber drei Kameraden von meiner Stube fehlen, die jetzt für sechs Wochen auf Fahrschule sind.

Wertungsschießen

Eine für mich verlängerte Woche ist passé. Von Montag bis Mittwoch waren wir schießen. Geschlafen haben wir in einer Kaserne – im Gegensatz zu meiner Heimatkaserne mit Stube 2000, ein Traum :-) Den Truppenübungsplatz kannten ich und einige andere schon aus der AGA. Auf dem Programm stand für Montagnachmittag (der Vormittag diente der Vorbereitung) nur eine Stunde G36-Waffenausbildung. Am nächsten Tag sollte es mit dem Schul- und Wertungsschießen losgehen.

Am Vormittag haben wir zunächst mit der Pistole P1 geschossen. Na ja, nicht gerade meine Lieblingswaffe, das hat sich auch in meinem eher bescheidenen Schießergebnis gezeigt. ;-) Da ich aber die G36-Wertungsübung S9 in der AGA schon in Bronze bzw. auch in Gold geschossen hatte, reichte mir Bronze bei der P1-S2-WÜ um eine bronzene Schützenschnur zu bekommen. Am Nachmittag haben wir mit dem G36 die Schulschießübung 6 geschossen. Highlight des Tages war das G36 Nachtschießen, im Gegensatz zur Grundausbildung diesmal mit Leuchtspurmunition :-)

Am Mittwoch habe ich zunächst noch mal die G36-S9 geschossen, konnte aber auch dort nur Bronze einheimsen. Das blöde war halt, dass wir mit den neuen Waffen nicht die S1 geschossen haben, um den Haltepunkt der Waffe zu ermitteln. Egal. Am Nachmittag durften wir dann noch die Wertungsübungen des MGs (S3 und S4) schießen. Die S3 habe ich in silber geschossen. Da die Zeit/Munition bei der S4 aber nicht mehr reichte um allen drei Durchgänge zu ermöglichen, war da nicht mehr drin. Im Endeffekt habe ich also bisher eine bronzene Schützenschnur (Pistole und G36 Wertung jeweils mind. bronze). Für silber/gold muss ich noch die MG-Übungen S3 und S4, entweder in Silber oder Gold, schießen. Den Donnerstag und Freitag verbrachten wir dann größtenteils mit Waffenreinigen.

Schießbiwak geschafft

Unser Schießbiwak ist vorbei. Nach drei Tagen Aufenthalt auf der Standortschießanlage habe ich jetzt alle notwendigen Übungen zum Bestehen der AGA geschossen und auch bestanden. Bis auf das schicke rostige Wasser, das Wetter und die alte Kaserne, in der wir genächtigt haben, war eigentlich alles in Ordnung :-)

Am Montag sind wir aufgebrochen und gut fünf Stunden mit dem Bus gereist, bis wir in einer Kaserne unsere „Stuben“ – ohne Bett und Spind – bezogen haben. Die Kampftragetasche hatten wir schon letzte Woche vor dem Gelöbnis gepackt. Da haben wir es uns dann gemütlich gemacht und den Abend ausklingen lassen.

Am Dienstag ging es los mit MG3 S-1 (fünf Einzelschuss 25m), P1 S-1 (20m auf Ringscheibe, 5 Schuss) und G36 S-9 (als Wertungsübung)-Schießen. Bei der G36 Wertungsübung habe ich Gold geschossen und mir die Chancen auf eine schicke Schützenschnur noch aufrechterhalten. Ganz lustig fand ich das Nachtschießen, auch wenn wir dadurch erst gegen 23 Uhr Dienstunterbrechung hatten.

Am nächsten Tag folgten für mich die MG3 S-2 (Feuerstoß 25m) und die P1 S-2 (20m drei Ziele). Für erstere brauchte ich vier Anläufe, dann klappte es mit den notwendigen Treffern im 7er Kreis. Die Pistolenübung war eigentlich ganz einfach. Mit den beiden Übungen hatte ich alle Übungen zum Bestehen der AGA geschafft.

Die Wertungsübungen MG3 S-3 und P1 S-3 waren dann nur zum Erreichen einer Schützenschnur wichtig, wobei wir die MG3 S-4 nicht geschossen haben. Ich habe leider nicht wirklich was getroffen, sodass sich für mich die Sache mit der Schnur erledigt hatte ;-) In der Stammeinheit kann ich später vielleicht nochmal mein Glück versuchen.

Am Donnerstag war dann noch Kompanieabend und heute ging es gen Heimat – mit kurzem Stopp bei McDonalds. Anschließend haben wir unsere Waffen und Ausrüstung gereinigt. Dabei gabs noch ein wenig Ärger und Stress (Anschiss von einem Ausbilder). Nächste Woche steht dann am Dienstag/Mittwoch die Rekrutenbesichtigung an, quasi die Abschlüssprüfung der AGA.

Halt stehen bleiben!

Ein weiterer Schwerpunkt zum Bestehen der AGA liegt hinter mir, die Wachausbildung. Die Woche begann am Montag mit trockenen Unterrichten zum Thema „Wachdienst in der Bundeswehr“. Alles wurde ausführlich erklärt, Maßnahmen und Paragraphen heruntergerasselt. Wann reagieren sie wie? Ist das geeignet, erforderlich und verhältnismäßig? Wie sieht die Rechtssprechung dazu aus? Mit der Konzentration am Montag war es dabei gar nicht mal so leicht. Verständlich, wenn man erst am Sonntagabend die Stube betritt und nach 23 Uhr im Bett ist.

Am Dienstag hatten wir Waffenausbildung. Wir bekamen die Pistole P1 und haben alle Standardsachen durchgespielt (Zerlegen & Zusammensetzen, Anschlagarten, Ladetätigkeiten), inklusive der Schießübungen P-S-1 und P-S-2 im AGSHP. Leider gibt es in unserem Bataillon nicht genügend P8en, quasi die Weiterentwicklung, sodass wir mit dem älteren Fabrikat der Pistole umgehen mussten. Weiterhin war noch am Dienstag MG-Ausbildung dabei.

Am Mittwoch begann dann der praktische Teil der Wachausbildung mit einem Stationsbetrieb im Zugrahmen. Insgesamt hatten wir drei: Streife laufen mit Personenkontrolle / Anhalten, KFZ-Kontrolle und den Fall einer erweiterten Personenüberprüfung. Temperaturmäßig war es ziemlich kalt, mit der ÜbMun schießen durften wir auch net. Abends bin ich mit Morawa noch laufen gegangen.

Am Donnerstag folgten insgesamt neun Stationen durch das gesamte Feld der Wachausbildung, viele waren Wiederholungsausbildungen der Vortage (bspw. P1, Streife, KFZ-Überprüfung), wenige waren Erstausbildungen (z. Bsp.: Flaggenparade, Waffenkammer-Alarm). Ganz schön anstrengend und straff gegliedert war das, aber ungemein lehrreich!

Heute gab es dann den abschließenden Wachtest, der wohl laut Zugführer schon nach 22 kontrollierten Rekruten sehr schlecht ausgefallen ist. Highlight des heutigen Freitages war das EST (einsatzspezifisches Training). So durften wir durch ein ungefähr 15 Meter langes Abflussruhr kriechen, in einem circa 1,20m hohen Bach laufen und anschließend in der Plärre auch Stellung beziehen (MG-Schütze, Stellung und unter Brücke gleiten). Anschließend ging es in ein Volleyballfeld, wo wir schön mit unseren nassen Sachen in die Stellung gehen mussten. Dazu noch ein paar Stellungswechsel, inklusive links/rechts rollen. Das hat zwar ordentlich Spaß gemacht und wir haben gestunken, doch die Arbeit danach (Reinigen) war einfach nur besch…eiden.

In der nächsten Woche haben wir am Donnerstag feierliches Gelöbnis. Freitag haben wir frei. Die Tage davor gibts viel Formaldienst und Unterrichte.

Miteinander, füreinander einstehen

Fast die Hälfte meiner AGA ist um, Zeit eine kleine Zwischenbilanz zu ziehen. Ich muss sagen, dass sich meine Befürchtungen bezüglich der Härte der Grundausbildung bisher nicht bestätigt haben. Natürlich fehlen noch die großen Märsche, das zweite BiWak und auch das Gelöbnis war noch nicht. Ich denke aber, dass ich – begünstigt durch meinen Kasernen-Standort und dem Zeitpunkt – eine Menge Glück habe, jetzt die Allgemeine Grundausbildung abzuleisten. Wie ich schon in der letzten Woche geschrieben habe, hat man sich nach einigen Wochen als Soldat eingelebt.

In dieser Woche ging es nach einigen Unterrichten und Arztterminen (Wiederbestellung als LSM, Impfung) hauptsächlich um die Erstausbildung am MG3. Dazu hatten wir am Donnerstag einen weiteren Geländetag mit Ausbildung im Feuerkampf, Stellung beziehen, Alarmposten, Sperren und Bekämpfung unterlegender/überlegender Feind. Mit dem Maschinengewehr haben wir im AGSHP geschossen. Nebenbei gabs Einweisungen in das Zerlegen & Zusammensetzen bzw. Ladetätigkeiten des Maschinengewehrs. Mein „Golden Goal“ im Zerlegen des G36 habe ich übrigens relativ entspannt geschafft. Für die Sicherheitsüberprüfung, das Zerlegen & Zusammensetzen und die Funktionsprüfung hatten wir 2:30min Zeit. Das war eigentlich gut zu schaffen. Ansonsten war ich diese Woche das erste Mal GvD (Gefreiter vom Dienst, die Bundeswehr spricht in Abkürzungen ;-) ). Da wir bei uns nicht genügend Unteroffiziere haben, müssen die Rekruten den GvD-Posten besetzen, UvD (= Unteroffizier vom Dienst) sind dann vor allem Mannschafter höheren Dienstgrades. War schon nicht einfach, vor allem, da ich den anstrengendsten Tag erwischt habe (von Dienstag auf Mittwoch). Glücklicherweise konnte ich wenigstens drei Stunden pennen. Nächste Woche haben wir ab Dienstag SanAusbildung. Der Montag ist für uns frei, da wir am 31.10. (Reformationstag, ein Feiertag in Brandenburg) Dienst gemacht haben.

Klar zum Gefecht, Ziel selbständig bekämpfen

Bei der Bundeswehr gibt es ja bekanntlich viele Abkürzungen, Meldungen und schicke Befehle. Gar nicht so leicht, sich da zurecht zu finden. In der Überschrift stehen die beiden wichtigsten aus meiner letzten Woche. Wir hatten nämlich ein Schießbiwak. Was das ist? Nun ja, primär ging es darum, in den vier Tagen Biwak an zwei Tagen die Übungen S5 und S9 mit dem G36 zu schießen und zu bestehen.

Nach nur einer Nacht im Zelt verlegte unser KpChef (Kompanie-Chef) in eine benachbarte Kaserne… Noch am Sonntag hatte ich jedoch auf der Stube gemäß Stubenmappe meinen Kampfrucksack verpackt, dann ging es morgens mit dem Bus zum Biwakplatz. Dort haben wir gleich die Zwei-Mann-Zelte aufgebaut und ein Tarnnetz drübergelegt. Danach folgten Ausbildungen in Bewegungsarten, Entfaltungsarten und dem Tarnen & Täuschen (mit Schminke und Helmtarnung). Der spannendste Teil des Montages war wohl der Abend, nachdem es schnell richtig dunkel wurde. Essen und bettfertig machen auf kleinstem Raum, wenn man auch gar nichts sieht. Im Gegensatz zu einem richtigen Biwak konnten wir um 20 Uhr in die Zelte und dort dann auch versuchen zu schlafen. Normalerweise müssen wir Soldaten natürlich abwechselnd Wache schieben und kommen höchstens auf zwei bis drei Stunden Schlaf.

Am Dienstag marschierten wir dann in der Früh zur Schießanlage, das waren etwa fünf bis sechs Kilometer mit voller Ausrüstung (Rucksack, Koppel, Gewehr). Ich musste zunächst mit meinem neuen Gewehr die S1 schießen, um meinen neuen Haltepunkt zu ermitteln. Danach war nochmal Parallelausbildung dran, ehe es am Nachmittag zum S5-Schießen ging. Dieses bestand aus drei Phasen. Mit 15 Schuss (pro Phase fünf) mussten wir zunächst stehend abgelegt auf dem Mauerrest schießen, danach liegend und dann stehend freihändig. Mir bereitete das Liegen Problemchen, beim zweiten Versuch klappte es aber. Danach verlegten wir, wie gesagt, in die Kaserne. Endlich schön warm duschen ;-)

Am nächsten Tag marschierten wir wieder zum Truppenübungsplatz, um die S9 zu schießen. Die hatte vier Phasen und wurde auch als Wertungsübung geschossen. Sprich wir können bei entsprechenden späteren Erfolgen mit der Pistole und dem MG eine Schützenschnur erhalten. Im zweiten Anlauf hatte ich dann Bronze geschossen (im ersten Anlauf, zwar bestanden, jedoch keine Farbe), aber keine weitere Möglichkeit mich zu verbessern.

Donnerstag war dann Block-Fluten angesagt. Die Stuben, sanitären Einrichtungen und Flure wurden gereinigt. Danach gabs noch eine kurze Ausbildung zum Thema 6-Mann-Zelt und dann Mittagessen, ehe wir in Richtung Heimat mit dem Bus reisten. An unserem „Friedensstandort“ angelangt, war Auspacken und Reinigen der Ausrüstung angesagt (erst die Waffe, dann die Ausrüstung, dann der Soldat).

Freitags dann das gleiche Bild, Spind auf Vordermann bringen, Waffenreinigen und Dienstschluss. Fazit der Woche: Mehr und mehr gewöhnt man sich als Rekrut an sein militärisches Leben. Die fünf Tage waren jedoch auch nicht all zu hart. Mal sehen, was mich nächste Woche erwartet ;-)

Wochen aufarbeiten

Bekanntlich ist meine zweite Woche bei der Bundeswehr vorbei. Höhepunkt dabei das erste scharfe Schießen mit dem G36 am Freitag. Die S1 und S3 habe ich bestanden, letztere zwar mit einigen Schwierigkeiten, aber egal. „Lustig“ dabei: Mein Gewehr war völlig dejustiert. Geschossen habe ich dann mit Ausbilderwaffen. Nächste Woche gehts von Montag bis Donnerstag ins erste Biwak. Dann sollen die S5 und S9 geschossen werden. Dann fehlt nur noch die P1-Übung S2 und das Schießen ist durch. Na ja, alles ganz schön anstrengend.

Einigen Tränen verdrückte ich beim Blick auf mein ersten überwiesenen Wehrsold. So bekomme ich nicht mal 300 Euro, was ich verwunderlich finde. Zu den 222,30 Euro Wehrsold müssten eigentlich noch Verpflegungsgeld von 72 Euro, die Erstattung meiner Antrittsfahrt (10,20 Euro) und Mobilitätszuschlag (circa 40 Euro pro Monat) bezahlt werden. Also fast 350 Euro, hmm.

Fußball wurde heute auch noch gespielt. Wir haben auswärts 2:0 gewonnen, in der 20. Minute musste ich verletzt vom Platz. Jetzt kühle ich meinen Knöchel, damit ich nächste Woche auch fit für die Bundeswehr bin. Sind halt wichtige fünf Tage, an denen ich teilnehmen sollte. Zu anderer Zeit hätt ich mich wohl „neukrank“ gemeldet und eine „MSG“ bekommen. Jetzt gehts halt nicht.

Meine erste Woche bei der Bundeswehr

So, die ersten fünf Tage meines Grundwehrdienstes sind um und viele Eindrücke haben mich fast „erschlagen“. Am Montag standen für den gesamten Tag Vor- und Hauptuntersuchungen, sprich eine weitere Musterung, an (Zahnarzt, Hör- und Sehtest, Blutdruck, Puls, …). Abends wurden wir von unserem Kompaniechef begrüßt, danach ging es ab ins Bett. Am nächsten Tag wurden wir komplett eingekleidet. Mittwoch gab es den ganzen Tag Unterricht zu den verschiedensten Themen und Donnerstag erhielten wir unser G36. Dieses Gewehr wird uns jetzt 3 Wochen lang permanent begleiten (selbst auf dem Klo). Freitag war dann Zerlegen und Zusammensetzen angesagt.

Das Essen ist in Ordnung, Problem ist nur, man hat sehr wenig Zeit dafür (nicht selten weniger als 10 Minuten). An das Marschieren und viele Stehen habe ich mich auch schon gewöhnt. Spinde sind eingeräumt, Betten müssen gemacht werden, Meldungen gegenüber Vorgesetzten gegeben werden und natürlich gibt es auch Frühsport.

Ist schon was anderes, wenn man nur Befehle bekommt und diese ausführt. Runterschlucken und Machen ist angesagt. Man muss über die Sachen bzw. den Sinn einfach nicht nachdenken. Ein paar Anschnautzer habe ich auch schon bekommen, was den Umgang mit dem G36 angeht. Da muss ich beim Zerlegen, Zusammensetzen und Reinigen noch gewissenhafter sein ;-)

Am Dienstag nächste Woche schreiben wir unseren ersten Test (sogenanntes Golden Goal). Wer nicht besteht, muss an einem Freitag um 15 Uhr nachschreiben (wenn die anderen schon zu Hause sind). Außerdem steht nächste Woche intensive Waffenausbildung an, am Freitag gibts das erste scharfe Schießen (mit echter Munition). Darauf die Woche ist das erste Biwak.