Keine Abstellungspflicht für Diego, Rafinha, Messi und Co. bei Olympia

Der Internationale Sportgerichtshof CAS gab eben in Peking endgültig bekannt, dass keine Abstellungspflicht seitens der Vereine für das olympische Fußball-Turnier besteht. Damit könnten die Bundesliga-Clubs Werder Bremen und Schalke 04 ihre Profis Diego und Rafinha wieder zurück beordern. Ob das aber wirklich geschieht, ist fraglich. Die beiden Akteure waren von ihrem Land Brasilien für die Olympischen Spiele nominiert worden, obwohl sie von ihren Arbeitgebern nicht die Spielerlaubnis erhalten hatten.

Den Vereinen ging es darum, vor allem für die Zukunft Klarheit zu schaffen. Der FC Barcelona hatte sich ebenfalls im Fall des argentinischen Nationalspielers Lionel Messi an die CAS gewandt. Ausgangspunkt war, dass das olympische Fußball-Turnier nicht im Spielkalender des Fußball-Weltverbandes FIFA geführt wird und die abgestellten Spieler für den Bundesliga-Auftakt nicht zur Verfügung stehen.

Die Entscheidung zur Nicht-Abstellungspflicht betrifft zunächst nur die drei Vereine, die Einspruch eingelegt haben. Andere Clubs können sich allerdings mit einem Widerspruch anschließen. Das erste Spiel beim olympischen Fußballturnier bestreiten die Brasilianer schon am Donnerstag in Shenyang gegen Belgien. FIFA-Präsident Joseph Blatter forderte bereits am Montag die Vereine auf, ihre Spieler auch bei einem entsprechenden Urteil am Turnier teilnehmen zu lassen und nicht zurückzuholen.

Nowitzki ist Fahnenträger – Mission geglückt

Dirk Nowitzki ist Fahnenträger der Deutschen Olympiamannschaft am Freitag. :-) Damit wird er bei der Eröffnungsfeier im Nationalstadion von Peking vorne weg marschieren. Im Deutschen Haus im Hotel Kempinski Peking sagte Dirk heute, dass er nun noch ein wenig mehr aufgeregt sein wird und es eine riesengroße Ehre für ihn ist. Natürlich gratulierte auch der andere Dirk (Bauermann). Btw: UnsDirk hat sich die olympischen Ringe auf die Kopfhaare rasieren lassen. Ein super Ding für Nowe und ein riesiger Erfolg für die gesamte Basketballcommunity, die die Entscheidung wohl mit beeinflussten.

Nowitzki Olympia-Fahnenträger, EM 2012 in Deutschland?

Das sind die zwei Sport-Topmeldungen des Tages. Nach der erfolgreichen Olympiaqualifikation der deutschen Basketballer in Athen wünschen sich vor allem viele Basketballfans, dass Nowitzki Fahnenträger bei der Eröffnungsfeier in Peking wird. Bei schoenen-dunk.de gabs viele sehr positive Kommentare und Beiträge zu dem Thema.

Ich denke es wäre verdient, wenn unserem besten Basketballer diese Ehre zu Teil werden würde. Jahrelang war sich Nowitzki, im Gegensatz zu anderen NBA-Stars, nach über 80 Saisonspielen! nicht zu schade, im Sommer für sein Heimatland aufzulaufen. Olympia war sein Traum für den er unglaubliches geleistet hat. Nach dem entscheidenden Sieg über Puerto Rico (über 1 Millionen Deutsche sahen das Spiel im DSF!) übermannten Dirkules seine Glücksgefühle. Dirk ist ein Vorzeige-Sportsmann und überragender Athlet. Er arbeitet enorm an sich, möchte immer besser werden. Er ist Deutschlands wohl meistbekanntester Mannschaftssportler im Ausland. By the way: Bis vor wenigen Jahren fuhr Dirk trotz Millionen-Gehalts einen Polo in Dallas, bis die Vereinsführung in aufforderte was größeres zu kaufen, da es ihnen „peinlich“ war, dass ein Vorzeigespieler mit so einem Auto fährt :-)

Unter der Aktion „Ran an die Fahne, Dirkster!“ könnt ihr den DOSB bitten, Dirk Nowitzki als Fahnenträger der deutschen Delegation zu nominieren. Schickt dazu eine Mail an: office@dosb.de. Bei StudiVZ gibts übrigens eine eigene Gruppe für Dirk als Fahnenträger (über 200 Mitglieder) und auch eine Online-Petition wurde für unseren NBA-Spieler ins Leben gerufen! Das ZDF macht eine Online-Abstimmung. Gegenüber der BILD-Zeitung hat er gesagt, dass er es gerne machen würde und auch DOSB-Präsident Thomas Bach sagte zu Nowe: „Besonders freue ich mich für meinen fränkischen Landsmann, für den ein Lebenstraum in Erfüllung geht. Mit seinem deutlichen Bekenntnis zu Olympia ist er ein idealer Botschafter für die gesamte Mannschaft“. Auch der Tagesspiegel berichtet. Helft also mit!

Die andere Nachricht ist keine unbedeutendere. Angeblich soll Deutschland neben den Polen als Mitaustragungsort der Fußball EM 2012 einspringen, so will es jedenfalls die englische Zeitung „Daily Telegraph“ erfahren haben. Eigentlich sollen Polen und die Ukraine gemeinsam die Endrunde der Europameisterschaft 2012 ausrichten, doch die Ukraine hat wohl sehr große Probleme bei den Vorbereitungen. Berlin und Leipzig sollen die deutschen Spielstätten bei der EM 2012 sein. DFB-Generalsekretär Wolfgang Niersbach erklärte, es gebe keine offizielle Anfrage der UEFA und beraten wird sich erst Ende September in Bordeaux. Vor einigen Wochen waren Italien und Spanien bzw. Irland/Schottland als neue Ausrichter genannt worden.

Auch ich bin jetzt bei ALL-INKL.COM

Ich habe schon seit längerer Zeit mit dem Gedanken gespielt, mir mal einen neuen Webhoster zuzulegen und mich mit ein paar Projekten von meinem alten Anbieter zu verabschieden. Jetzt hat mich die EM-Aktion von ALL-INKL.COM dazu bewegt, noch schnell vor dem Finale einen Webhosting-Tarif zu beantragen. So braucht ihr bis zum 29.06. keine Einrichtungsgebühr bezahlen (rund 15 Euro gespart) und erhaltet den ersten Monat kostenlos dazu. Ihr könnt nach dem einen Monat auch gleich wieder kündigen, wenn euch ALL-INKL.COM nicht gefallen hat. Das finde ich ein faires Angebot.

Meine Wahl fiel auf den ALL-INKL Privat Plus Tarif. Der kostet im Monat 7,95 Euro. Dafür gibts unter anderem 10 GB Speicherplatz, unbegrenzten Traffic, 3 Inklusiv-Domains, Spam- und Virenfilter, 1.000 Mailpostfächer (IMAP und POP3), https über SSL-Proxy, PHP, MySQL, Perl, 5 Cronjobs und vieles mehr. Wer also die Möglichkeit zum Sparen und Testen nutzen möchte, sollte jetzt schnell zuschlagen. ALL-INKL.COM verfügt übrigens auch über ein eigenes Partnerprogramm.

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OG-Abschied & Auskleidung: Inoffizielles Ende

Meine Bundzeit ist zwar noch nicht offiziell um – mein DZE (=Dienstzeitende) ist erst am 30. Juni – trotzdem muss ich nicht mehr in die Kaserne. Aufgrund der Einschleusung der neuen Soldaten aus der AGA mussten wir schon gestern aus dem Block raus und haben für heute bzw. Montag Urlaub bekommen. Somit sind neun grüne Monate um, die rückblickend eine Erfahrung mehr im Leben bedeuteten. Zwar könnte ich mich jetzt über viele Sachen aufregen, einige haben wir unserem Chef auch am Freitag beim Entlassungsgespräch mitgeteilt, doch bleiben auch ein paar schöne Erinnerungen an die Zeit.

Bevor ich aber zu einem kleinen Fazit meiner Zeit komme, möchte ich wie gewohnt noch einen Rückblick auf die letzten Tage geben. Montag gings ja wieder zum Dienst und ran an die Ausschleusungs-Fortsetzung. Wir haben Unterschriften für unseren Laufzettel gesammelt und den „OG-Abschied“ organisiert, der dann abends stattfand und doch ganz gut war (etwa 40 OGs). Zumal die Ereignisse gegen 24 Uhr sich auch überschlagen hatten und auf meiner Stube einiges zu tun war. :-) Dienstag ging es dann mit der Ausschleusungsprozedur los. Erst wollte man uns noch Aufgaben geben, wir hatten aber schon Hauptuntersuchung und so wurde aus dem schönen Plan leider nichts :-) Der Laufzettel wurde weiter bearbeitet und wir haben unsere Ausrüstung für die Auskleidung am Mittwoch verpackt. Da zeigte sich wieder die Klasse der Bundeswehr. Nachdem ich mit dem Verpacken gemäß Verpackungsplan so gut wie fertig war, hing auf einmal ein neuer Plan aus. Das bedeutete für mich, alles neu verpacken. Typisch Bundeswehr dachte ich mir, da kommt man natürlich kurz vor Toreschluss drauf (wir sollten bis 13.30 Uhr verladen, 10 Uhr war die Änderung, dazwischen noch eine Stunde Mittagspause). Nun ja, dann haben wir es doch gepackt und durften ab dann in Zivilzeug rumlaufen :-) Dienstagabend waren wir stubenintern noch beim Chinesen, schön Buffet essen. Danach habe ich noch ein wenig Sport gemacht und den Abend gemütlich beim ein oder anderen Bier ausklingen lassen.

Mittwoch war dann ja Auskleidung, dazu sind wir eine Stunde nach Neubrandenburg zur LHBw gefahren. Nun ja, anders als gehofft, hat sich das ganz schön in die Länge gezogen, weil die Zivilangestellten erst mal kurz nach unserer Ankunft Mittagspause gemacht haben und dann lange Zeit auch nur eine Auskleidungsstation offen war. So haben wir für die etwa 40 Mann gute 3 1/2h Stunden gebraucht. Wen es interessiert, was ich nach dem Bund als W9er behalten durfte, hier die Auflistung: 2 Paar Kampfstiefel, 1 Paar Hallenschuhe, 1 Paar Gelände-Schuhe (Outdoor), 3 T-Shirts oliv/kurz, 5 Paar Socken oliv, 1 Paar Socken schwarz, 2 Paar Socken weiß, 3 Taschentücher, 3 Unterziehhosen lang plus (wer hatte) die bezahlte Unterwäsche. Die Schuhe wurden alle gelocht. Jetzt heißt es, die Sachen drei Jahre zu behalten, erst dann gehen sie in den eigenen Besitz über (also Schuhe nicht wegschmeißen oder verkaufen!). Nach der Auskleidung gabs Dienstschluss und wir bereiteten uns aufs Deutschland-Türkei Spiel im Halbfinale der EM vor. Dazu sind wir ins Mannheim und haben das Freibier-Angebot genutzt (für jedes deutsche Tor ein Freibier). Nach dem sensationellen Sieg gings im Autokorso raus in die Stadt. Ein paar Bierchen später waren wir wieder drin und haben noch ein wenig gepennt.

Donnerstag hieß es dann nur noch letzte Unterschriften zu besorgen und die Stuben auszuräumen bzw. auf Vordermann zu bringen. Nachmittags kamen ja die Neuen. Zum Abschlussantreten gegen 10 Uhr verabschiedete sich zuerst unser Zugführer von uns, dann gabs ein paar warme Worte vom Chef und dann noch für mich und drei weitere Kameraden eine Schützenschnur. Mein Leistungsabzeichen soll mir übrigens nachgeschickt werden (da bin ich mal gespannt). Anschließend gab es im Lehrsaal noch ein wenig was zu tun. So haben wir unsere Erkennungsmarken, Schießbücher, Bahnberechtigungsausweise, Laufzettel und Truppenausweise abgegeben. Danach wurden wir noch gefragt, ob wir Reservist werden möchten. Ich kreuzte, wie fast alle, nein an. Dann hat der Chef nochmal nach Feedback von uns gefragt, das wir ihm dann ganz ehrlich gegeben haben. Zwar war das viel negatives, aber auch ein bissl was positives. Er nahm unsere Vorschläge gut auf und wollte auch bei dem ein oder anderen was machen… Nun ja, mit einem Händedruck bekamen wir dann noch Dienstzeugnisse, Urkunden und Wehrdienstzeitbescheinigungen. Kurz darauf ist die Bundeswehr für mich passé. :-)

Doch nun zu meinem Fazit. Nachdem ich mich ja schon einige Male aufgeregt habe, werde ich wohl auch bestimmte Sachen vermissen. Da wären zum einen die ganzen Freundschaften mit den Kameraden aus der AGA und den letzten 6 Monaten in unserer Stammeinheit. Viele wird man davon wohl leider nicht mehr wiedersehen, ein Treffen in der Zukunft wäre aber ganz cool und dank sozialer Netzwerke wohl auch machbar. Was haben wir nicht fast 5x24h die Woche für Sachen zusammengemacht, zusammen gemeckert und gelacht :-) Das war schon geil, schade, dass es sowas wohl nicht mehr geben wird. Zum anderen ist da auch das Schießen. Es darf beileibe nicht jeder W9er in seiner Dienstzeit mal Handgranaten werfen oder ein Gruppengefechtsschießen durchführen. Das waren schon tolle Sachen, die ich da erlebt habe. Auch der Sport, sofern er denn mal statt fand, war in Ordnung und eine schöne Abwechslung. Da sei das Bataillonssportfest als erstes genannt, selbst wenn da am Ende nicht alles glatt lief. Und auch die organisierten Möglichkeiten (Kinobesuche, Fußballturniere, Public Viewing bei der EM, Fahrt ins Erlebnisbad, ec.), die man in der Dienstunterbrechung bzw. nach Dienstschluss während der Übungen in Todendorf und Klietz hatte, waren super.

Natürlich bleiben vor allem auch Kritikpunkte hängen. Da wären zum einen die mangelnde Organisation (kaum einer weiß, was der andere macht) und die stupiden Aufträge (wenn nichts anliegt, Budenreinigen oder Hallen ausfegen, oder Infanterieergänzung zum tausendsten Mal mit G36 Zerlegen). Außerdem war das manchmal mit den Vorgesetzten auch net so toll. Natürlich sind bei der Bundeswehr einige nicht die hellsten, trotzdem kann man manche Sachen auch mal lockerer sehen (Radio auf Stube, da sind manche ausgerastet!) und über einige Sachen mal ein wenig mehr nachdenken (Rechtschreibfehler :-) ). Auch das so intrigenhafte hat mich genervt und das viele Dinge einfach so ewig dauern (ich sag nur, „ist angefordert“). Nun ja, an dieser Stelle werde ich mich woanders wohl mehr äußern.

Wenn man es mit anderen Einheiten vergleicht, habe ich wohl eine sehr intensive Zeit in meiner Stammeinheit erlebt. Dafür war meine AGA halt ein wenig lockerer, wenn man Erfahrungsberichten anderer glauben schenken darf (bspw. meiner Stubenkameraden, die ihre AGA bei den Pionieren oder Kanonieren hatten). Einblicke in andere Kompanien und Bataillone zeigten doch, dass es bei mir danach härter zur Sache ging (Stube auf Vordermann halten, Meldungen, Grüßen, ec.). Kann natürlich auch an der Teilstreitkraft Heer liegen, die sowieso nicht so das „Locker-Image“ der Luftwaffe oder Marine hat. Insgesamt aber war die Bundeswehr ne Erfahrung, die man machen sollte, auch wenn ich jetzt leider zwei Semester im Studium verloren habe. Aber so ist es halt, wenn man T2 gemustert wird :-( Wer sich also zwischen Zivil- oder Wehrdienst entscheiden möchte, kann gerne mal bei mir anfragen und erhält dann ein ehrliches Feedback meiner Wehrdienstzeit.

Ausschleusung Teil 1: Viel Organisatorisches

Die Zeit rennt und so gabs diese Woche viel Orga-Zeug zum Abarbeiten, damit wir nächste Woche „schnell weg können“. Am Mittwoch und Donnerstag waren die ärztlichen Entlassungs-Untersuchungen (Zahnarzt und Vor- bzw. Hauptuntersuchung), die keine spektakulären Ergebnisse brachten. Beim Oberstabsarzt habe ich lediglich meine Knöchelverletzung aus der AGA angesprochen, die besagte Stelle ist immer noch ein wenig dicker, als der rechte Knöchel. Eine Untersuchung gabs trotzdem nicht, da ich ja keine Schmerzen habe und das lediglich ein Schönheitsfehler sei…

Montag hatten wir Vollzähligkeit. Ich kam ohne eine Sachschadensmeldung aus, sodass es da keine Probleme mit meiner Ausrüstung gab. Bleibt nur zu hoffen, dass das nächste Woche auch noch so ist. Bis auf einen Tag hatten wir dann auch kaum reguläre Arbeiten gehabt. Ein bisschen relaxen kurz vor Ende ist auch was schönes, haben die Wochen und Monate vorher ja genug gemacht. Fußball haben wir abends auch immer brav geschaut und nach Dienst habe ich natürlich wieder viel Sport getrieben.

Papierkram gab es die Woche auch noch zu erledigen. So habe ich meine Schützenschnur (bronzen) und mein Leistungsabzeichen (gold) beantragt. Ich hoffe, dass wird dann die nächsten Tage auch was mit der Verleihung. Nächsten Montag haben wir „OG-Abschied“, auch wenn die Organisation ein wenig hinterlief, wollen wir das beste draus machen. An Dienst steht die nächste Woche Materialbewirtschaftung an, so haben wir wohl erst Mittwoch mit unserer Auskleidung wieder was zu tun. Donnerstag geht es dann nach Hause (der Urlaub für Freitag und Montag ist ja durch) und ab dem 1. Juli 2008 bin ich dann wieder Zivilist ;-)

Litzen hoch und Litzen runter, das macht den Vorgesetzten munter

In den letzten fünf Tagen stand das unumstrittene Highlight des Jahres und meines Grundwehrdienstes an. Die große Übung stand ganz im Mittelpunkt dieses Quartals. Dafür mussten wir schon Sonntagmorgen in der Kaserne sein, unser Gepäck wurden schon Freitag verladen. Sonntags ging nur unsere Waffe und das Handgepäck mit in den Bus. Mittags sind wir dann in der Kaserne am Truppenübungsplatz eingetroffen und haben unsere Stuben bezogen. Nach dem Feldgottesdienst hatten wir Zeit zur freien Verfügung und gingen abends zum Fußballschauen über. Natürlich haben wir auch das Deutschland-Spiel gegen Polen im Kino geschaut. Die Stimmung war genial! :-)

Am Montag gings dann raus auf die Schießbahn, zunächst aber zum Handgranatenwurfplatz. Nach einem Durchgang mit der Üb-Granate, um den ganzen Ablauf durchzugehen, folgten zwei scharfe. Das war wirklich beeindruckend, vor allem das Gefühl, wenn man den Splint gezogen hatte und kurz vor dem Wurf war und nur noch der Bügel die Granate sichert. Das Ding hat wirklich nen echt guten Bumms. Nachmittags sind wir rüber zum G-36-Schießen. Dort haben wir zunächst eine abgewandelte Version der S-1 geschossen, anschließend die S-5. Aufgrund der geringen Zeit, wir konnten nur auf einer Bahn schießen, durften nur die besten die S-9 als Wertungsübung für die Schützenschnur schießen. Ich war leider mit 13 von 15 möglichen Treffern „zu schlecht“. Danach gings wieder heim, es wurde Fußball geschaut und der Tag ruhig beendet. Der Ablauf nach dem Verlegen in die Kaserne war übrigens immer gleich.

Dienstags standen eigentlich Panzerfaust- und MG-Schießen auf dem Plan. Aufgrund der hohen Waldbrandstufe durften wir auf der für uns zugewiesenen Bahn keine Panzerfaust schießen. Dafür aber haben wir schon eine Einweisung fürs große Gruppengefechtsschießen bekommen. Beim MG-Schießen habe ich zwei Mal die S-3 als WÜ geschossen (silber) und die S-4 einmal (bronze). Die Ergebnisse haben mir aber nichts gebracht, sodass ich nächste Woche die bronzene Schützenschnur beantragen werde.

Am Mittwoch gings dann zum Gruppengefechtsschießen. Nach dem Üben in der Vorwoche ging es diesmal mit einem neuen Gruppenführer an den großen Auftritt. Es lief alles sehr schick. Wir hatten ein gutes Trefferergebnis und einen top Feuerüberfall. Auch die Einzeltätigkeiten der Schützen und alle anderen Punkte, wie Einfließen oder das Sturmabwehrschießen, haben gepasst. Man muss aber sagen, dass wir über die Phasen Bescheid wussten. Ich war im Alarmposten und zugleich Melder, der die Gruppe alarmierte. Meine Stellung war in einem Haus. Nachteilig war halt, dass ich durch das Fenster einen eingeschränkten Wirkungsbereich hatte und mir meine Ziele mit dem MG-Schützen „teilen musste“.

Donnerstags war dann ebenfalls Gruppengefechtsschießen, diesmal aber in einer gesteigerten Form mit Gefechtslärm, feindlichem MG-Beschuss und Granat-Einschlägen. So mussten wir öfter in Deckung gehen und auf diese Lageeinspielungen reagieren. Ansonsten blieb alles gleich. Wir hatten ein paar mehr Ziele, sodass ich mehr schießen konnte. Jeden Tag hatten wir zwei Durchgänge, insgesamt habe ich etwa 120 Schuss verschossen. Das war wirklich interessant und eine Erfahrung. Nach dem letzten Durchgang hat uns der Oberleutnant nochmal gelobt. Am Donnerstag stand ja auch wieder das Deutschland-Spiel an. Nach dem Waffenreinigen gings wieder ins Kino, der Ausgang des Spiels gegen Kroatien ist bekannt. Danach haben wir noch Taschen gepackt und den Block gereinigt.

Ich durfte dann gegen 22 Uhr raus (mein Vater holte mich ab), da ich heute noch nach Potsdam ans HPI zum Hochschulinformationstag gefahren bin. Nach einer Autopanne kurz vor dem Ziel kamen wir erst gegen halb 3 zu Hause an. Trotzdem bin ich dann heute nach Griebnitzsee aufgebrochen und habe mich intensiv informiert. Nach einem Vortrag von Professor Felix Naumann nahm ich noch an einer Führung durchs HPI teil. Dort wurden einige Bachelorprojekte vorgestellt und ich konnte an die Studenten auch einige Fragen loswerden und mir weiter ein Bild vom Institut machen. Es ist einfach genial :-)

In der nächsten Woche gehts los mit der Ausschleusung. Zunächst haben wir Vollzähligkeit der Ausrüstung, dann werden schon Ausrüstungsgegenstände der Kompanie abgegeben. Am Mittwoch und Donnerstag stehen Arzttermine an. Nebenbei werden wir bestimmt mit Waffenreinigen und Ausrüstungreinigen zu tun haben, Übungsnachbereitung halt. Zudem soll Donnerstag wohl noch ein 30km-Marsch sein.

Zum Schluss noch eine kurze Erklärung der Überschrift. Ein Brauch von EKs (Entlassungskandidaten) der Bundeswehr ist es, die Litzen auf der Schulter auf Halbmast zu ziehen, also auf die Mitte der Rangschlaufen. Nur wurde das gar nicht gern gesehen von den ganzen Vorgesetzten, die mir die Litzen schon runter reißen wollten. Nun ja, da habe ich einfach die Dinger kurz runtergezogen und später sind sie wieder „hochgerutscht“. Das passiert nunmal ;-)

Deutschland gegen Polen: Ich bin dabei!

Ich habe zwar leider keine Karten für das erste Spiel der deutschen Mannschaft bei der Fußball-EM, aber für das Basketball-Länderspiel am 30. Juni 2008 in der Berliner Max-Schmeling-Halle! :-) Um 20 Uhr spielen die Mannen um NBA-Superstar Dirk Nowitzki in Vorbereitung auf das olympische Qualifaktionsturnier gegen unseren östlichen Nachbarn. Das Spiel in Berlin ist dann schon der zweite Vergleich mit den Polen. Am 28.05. trifft man nämlich schon in Halle/Westfalen aufeinander. Bekannte Spieler der Polen sind zum Beispiel Adam Wojcik, Szymon Szewczyk, Marcin Gortat, Andrzej Pluta und Maciej Lampe. Da bin ich mal wirklich gespannt und freu mich auf das Spiel!

Gruppengefechtsschießen Üben für die Übung

Die Woche stand ganz im Zeichen des ersten Scharfübens für unsere große Bataillonsübung ab diesem Sonntag bis nächsten Freitag. Darüber hinaus gab es Vorbereitungen zu treffen, damit alles auch einwandfrei abläuft. Na gut, ich sag mal lieber, dass das nicht im üblichen „Bundeswehr-Chaos“ endet ;-)

Montag haben wir noch eine Infanterieergänzungsausbildung genossen, ehe es ab dem Mittag ans Packen und nach dem Abendbrot in Richtung Truppenübungsplatz ging. Dort haben wir bis Mittwoch in einer Kaserne genächtigt. Dienstag gings dann in den benachbarten Übungsplatz auf die Schießbahn. In unseren acht Mann starken Gruppen haben wir dann das Erlernte der Vorwochen im scharfen Schuss angewandt. Also das Einfließen in die Stellung, den Feuerüberfall, den geleiteten bzw. selbständig geführten Feuerkampf und das Sturmabwehrschießen. Dabei wurde in den Durchgängen eine Menge experimentiert. So gab es unterschiedliche Phasen und Lageänderungen, auf die reagiert werden musste.

Mir hat das Gruppengefechtsschießen mehr Spaß gemacht, als ein normales Schul- oder Wertungsschießen. Das ist halt zwar immer noch Kriegstechnik aus dem ersten und zweiten Weltkrieg, aber wenigstens konnten wir jetzt mal mehrere Ziele selbständig bekämpfen. Vor allem das Sturmabwehrschießen war mal was neues. Nächste Woche aber gibts einige Veränderungen. So kommen MG und Panzerfaust als schwere Waffen mit zum Gruppengefechtsschießen hinzu, aufgrund der Waldbrandstufe 4 durften wir die nämlich nicht schießen.

Mitwochabend haben wir dann wieder in Richtung Heimat verlegt. Donnerstag stand dann „Nachbereitung“ an, wir haben zwei Stunden Waffen gereinigt und einige sind mit Fahrzeugen raus gefahren um Sandsäcke für nächste Woche zu befüllen. Heute war dann großes Stuben- und Revierreinigen, wir sind schließlich eine komplette Woche ja nicht da. Weiterhin haben wir die Gepäcke für die Übungstage verpackt und verladen. Mein Rest kommt dann Sonntag mit in den KOM.

Nun aber der Fahrplan (bei der Bundeswehr gedachter Verlauf genannt) für die nächste Woche. Sonntag gehts, wie gesagt, schon los. Somit gibts nur ein verkürztes Wochenende. Nach der Vollzähligkeit ist Waffenempfang und dann verlegen wir mit dem KOM in Richtung Truppenübungsplatz. Dort werden wir gegen Mittag ankommen und haben dann nach dem Beziehen der Stuben Verfügungszeit. Während der Tage können wir glücklicherweise auch im Kino Fußball schauen. Somit muss ich nicht auf die Deutschland-Spiele der EM verzichten. Am Montag gehts rauf auf die Schießbahn. Den Auftakt macht das Handgranatenwerfen am Montag. Parallel läuft dazu das G-36-Schul- und Wertungsschießen (S-1, S-5 und S-9 als WÜ). Am Dienstag folgt die Panzerfaust 3 (S-1 und S-4 als WÜ) und das MG 3 Schießen (S-1 und S-4 als WÜ). Am Mittwoch und Donnerstag steht dann das Gruppengefechtsschießen mit Extras, wie eingespielte Gefechtsgeräusche, Mörser- und Granateneinschläge, ec. an. Dazu kommen MG und Panzerfaust zum Einsatz. Hört sich ganz lustig an. Am Mittwochabend (bzw. Mittwochnacht) findet das ganze als Nachtschießen nochmal statt. Am Freitag gehts dann für die meisten nach Hause, Dienstschluss ist aber erst später nach dem Bataillonsantreten gegen 15/16 Uhr.

Wie man gezielt demotiviert

Ziel der Vorgesetzen bei der Bundeswehr ist es normalerweise, die Motivation der Truppe aufrechtzuerhalten. So werden besondere Leistungen honoriert, im Regelfall durch FvD (Frei vom Dienst) bzw. Sonderurlaub, früheren Dienstschluss/späteren Dienstantritt oder aber durch Abzeichen. Bitter ist es für einen Soldaten dann, wenn Versprechen nicht gehalten werden.

Am Dienstag war bei uns in der Kaserne Bataillonssportfest. Unser Chef betonte, dass wir uns besonders anstrengen sollen, damit der Trophäenschrank endlich mal gefüllt wird. Herausragende Einzel- und Mannschaftsleistungen würden selbstverständlich auch gewürdigt werden. Ich war für keine Einzeldisziplin gemeldet, dafür habe ich aber die relevanten Disziplinen fürs Deutsche Sportabzeichen (DSA) abgelegt und dort auch die Vorgaben erfüllt (100m-Sprint, Weitsprung und 3.000m-Lauf). Das DSA brauche ich nämlich als letztes für mein Leistungsabzeichen in Gold. Ursprünglich wollte ich das DSA im Zivilen ablegen und brauchte dafür einen Tag Sonderurlaub, da ich keinen Erholungsurlaub mehr habe. Urlaub gabs dafür aber nicht und so wurde mir die Möglichkeit vorgeschlagen, am Dienstag die Leichtathletikdisziplinen abzulegen. Das Schwimmen muss ich dann draußen ablegen. So ist das halt, Eigeninitiative wird beim Bund nicht wirklich belohnt.

Aber eigentlich geht es ja um das Bataillonssportfest und die Mannschaftswettbewerbe am Nachmittag. Da trat ich nämlich im Fußball als krasser Außenseiter mit der zweiten Mannschaft unserer Kompanie an. Nach einem 0:0 im Auftaktspiel, gewannen wir die nächsten zwei Partien und standen soverän als erster im Halbfinale gegen unsere erste Mannschaft. Gegen eine Mannschaft, die mit mehreren landesligaerfahrenenen Spielern angetreten war, hielten wir das 0:0 und hatten im Siebenmeterschießen das Glück auf unserer Seite: Wir standen im Finale. Das gewannen wir mit 1:0 und machten somit die Überraschung perfekt. Damit hatte ich als Kapitän bei weitem nicht gerechnet. Nun ja, da habe ich mich schon auf die Siegerehrung vor dem gesamten Bataillon gefreut, als unser Chef bekannt gibt, dass nicht der Kapitän die Trophäe in Empfang nimmt, sondern irgendein HG, der nur eingesprungen ist, weil sich ein Spieler von uns im ersten Spiel verletzt hat! :-( Meine Stimmung war dementsprechend mies, sodass auch das anschließende Grillen für mich nichts bedeutete. Typisch Bundeswehr, dachte ich mir… Unser KpChef lobte uns für den tollen Erfolg und versprach eine Belohnung. Was soll ich sagen, bisher gabs rein gar nichts. Schon letzte Woche durften wir für den Ehrenzug nicht früher nach Hause, dann haben wir noch „eine Stunde früher gehen“ (für tolle Leistungen in einer Woche vor drei Monaten) offen. Wenigstens gings heute ein wenig früher los („Ehrenzugteilnahme“).

Die Motivation bleibt aber total im Keller, nicht nur bei mir, sondern bei allen W9ern und auch Längerdienenden in meinem Zug/Kompanie. Bundeswehr, die meisten haben da keine Lust mehr drauf. Wenn selbst SaZ einen davor warnen, sich länger zu verpflichten kann doch irgendwas nicht stimmen. Die letzten Wochen werden an den negativen Erinnerungen wohl nichts mehr ändern und so kann ich jedem in der Zukunft nur raten, sich genau zu überlegen, ob man zum Bund geht oder nicht. Es gibt so vieles, was dagegen spricht.

Was nächste Woche ansteht, habe ich schon angekündigt. Wir fahren von Montag bis Mittwoch auf den Truppenübungsplatz und werden für die danach stattfindende Übung das Gruppengefechtsschießen üben. Wenn ich die nächsten zwei Wochen hinter mir habe, ist so gut wie alles vorbei. Endlich möchte man meinen…